Venezuela plant die Freilassung von 20.000 Häftlingen

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Veröffentlicht: 11:22, 7. Aug. 2011 (CEST)
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Gefängnishof (Archivbild)

Caracas (Venezuela), 07.08.2011 – Die Ministerin für Strafvollzug Iris Varela plant 20.000 Gefangene zu entlassen. Hintergrund ist die massive Überbelegung der Haftanstalten im Land.

Die Aufnahmefähigkeit der Gefängnisse in Venezuela liegt bei 14.000 Gefangenen, 50.000 Personen sind tatsächlich behördlich verwahrt. Diesem Problem will die Ministerin durch die Entlassung der 20.000 Gefangenen begegnen. Freigelassen sollen Häftlinge werden, die wegen kleineren Straftaten eine Freiheitsstrafe absitzen. Iris Varela sagte dazu: „In Venezuelas Gefängnissen sitzen Menschen, die keine Gefahr für die Gesellschaft darstellen wie Ladendiebe, die nicht gewalttätig sind. Die Behörden können sich um sie auch außerhalb der Haftanstalten kümmern“.

Der Ministerposten für Strafvollzug wurde erst nach dem Aufstand im Juni 2011 im Gefängnis El Rodeo in der Hauptstadt Caracas geschaffen. Bei der Gefangenenmeuterei starben 30 Häftlinge. Bei Razzien dem Gefängnis wurden zahlreiche Schusswaffen und Granaten gefunden. Kriminelle Gangs versorgen ihre Mitglieder im Strafvollzug damit. Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen wurden mehr als 300 Gefangene bei Auseinandersetzungen allein im Jahr 2010 getötet. Zur Problematik des Waffenschmuggels äußerte sich die Ministerin nicht.


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Quellen[Bearbeiten]