Unternehmensberater von McKinsey sehen Widersprüche bei der deutschen Energiewende

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Veröffentlicht: 22:07, 23. Sep. 2016 (CEST)
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Der Ausbau von Offshore-Windparks bleibt in Deutschland hinter den Erwartungen der Regierung zurück

New York (Vereinigte Staaten), 23.09.2016 – McKinsey ist eine internationale Unternehmensberatungsgesellschaft, bei der rund 9.000 Berater arbeiten. Sie berät zum Beispiel viele der im Deutschen Aktien-Index (DAX) vertretenen deutsche Unternehmen. Seit vier Jahren untersucht sie anhand von 15 Kriterien jeweils halbjährlich auch den Fortschritt bei der Energiewende in Deutschland.

Im neusten Bericht der Expertengruppe um Thomas Vahlenkamp heißt es nun: „Zentrale Indikatoren driften auseinander und steuern auf gegenläufige Extreme zu.“ Bereits im März 2016 wurde festgestellt: „Zum ersten Mal seit Beginn der Erhebung vor vier Jahren weist die Mehrzahl der Indikatoren nach unten“. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung empfiehlt eine kohlendioxidfreie Energieversorgung für den Zeitraum ab 2040 oder spätestens ab 2050. Potential und Geschwindigkeit des Ausbaus der erneuerbaren Energien werden jedoch sehr unterschiedlich gesehen, teilweise kontrovers diskutiert.

Die wichtigsten erneuerbaren Energieträger in Deutschland sind Biomasse, Windenergie und Photovoltaik

Im Energiekonzept der Bundesregierung war 2010 als Ziel die Errichtung von Offshore-Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 10 GigaWatt bis 2020 vorgesehen. Im Juni 2013 wurde eine Studie des Umweltbundesamtes bekannt, wonach angesichts der Leistungssteigerungen bei Onshore-Windkraftanlagen die Offshore-Anlagen rein rechnerisch nicht nötig wären. Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentrale forderte sogar einen Offshore-Ausbaustopp. Am 30. Juni 2016 war in Deutschland erst eine Gesamtleistung von 3,6 GigaWatt offshore in Betrieb.

Auch das Ziel, den Stromverbrauch um zehn Prozent bis 2020 zu reduzieren, scheint nicht mehr erreichbar zu sein. Trotz des verhältnismäßig hohen Preises von 29,5 Cent pro Kilowattstunde für private Haushalte in Deutschland stieg der Verbrauch im zweiten Halbjahr 2015 wieder an, nachdem er im ersten Halbjahr zurückgegangen war. Insgesamt war 2015 eine Zunahme des Primärenergieverbrauchs zu verzeichnen und damit auch ein Anstieg des Kohlendioxidausstoßes.

Bei der Photovoltaik wurden im vergangenen Jahr nur 1,7 Gigawatt neu gebaut. In diesem Bereich ist seit 2012 ein dramatischer Rückgang zu verzeichnen, und gegenwärtig liegt das Ausbauniveau wieder auf dem Stand der Jahre 2006/2007.


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