Ungewöhnliches Treffen: Römisch-katholische und russisch-orthodoxe Kirche

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Veröffentlicht: 17:13, 18.02.2016
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Kyrill I., gegenwärtiges Oberhaupt der Ostkirche

Havanna (Kuba), 18.02.2016 – Erstmals seit hunderten von Jahren seit der kirchlichen Spaltung trafen sich der Papst als Oberhaupt der römisch-katholischen und ein Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche zu einem persönlichen Gespräch. Das Treffen fand auf dem Flughafens von Kubas Hauptstadt Havanna statt. Thema des Gesprächs waren die Christenverfolgungen und Flüchtlingsströme insbesondere im Nahen Osten.

Historisch gesehen geht die Spaltung der christlichen Kirche auf die unterschiedliche Entwicklung des europäischen Christentums im weströmischen und oströmischen Reich vor rund 1500 Jahren zurück. Seit wann es keine Gespräche zwischen den beiden Kirchen mehr gibt, wird unterschiedlich interpretiert.

Das deutsche Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL schreibt dazu: „Katholiken und Orthodoxe gehen seit der Kirchenspaltung aus dem Jahr 1054 getrennte Wege. Damals exkommunizierten sich die Oberhäupter der Ostkirche in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, und der Westkirche in Rom gegenseitig.“ Die Tagesschau im Deutschen Fernsehen verkündete ähnliches: „Die Umarmung zwischen Papst Franziskus und Patriarch Kyrill beendet die fast 1000 Jahre währende Eiszeit zwischen der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche.“

Papst Francis

Radio Vatikan beruft sich auf eine Aussage des Salzburger Experten Dietmar W. Winkler und entgegnet: „Das Patriarchat von Moskau als eigenständige orthodoxe Kirche bestehe erst seit dem späten 16. Jahrhundert.“ Patriarch von Moskau ist seit 2009 Kyrill I. Die russisch-orthodoxe Kirche unterstand seit ihrer Entstehung 988 dem Patriarchat von Konstantinopel. Die Ostkirchen sind in den folgenden Jahrhunderten jedoch nicht so zentralistisch wie die römisch-katholische Kirche in Rom geführt worden. So kam es im 17. Jahrhundert zu einer Spaltung.

1964 fand ein Treffen von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras in Jerusalem statt. Dieses Zusammentreffen führte dazu, dass im Folgejahr die römisch-katholische Kirche und der ökumenische Patriarch von Konstantinopel in Vertretung der orthodoxen Kirchen die gegenseitigen Exkommunikationen zurücknahmen, die sie 1054 als Folge des Morgenländisches Schisma ausgesprochen hatten.


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