Turkmenische Journalistin starb im Gefängnis

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Artikelstatus: Fertig 11:04, 15. Sep. 2006 (CEST)
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Aşgabat (Turkmenistan), 15.09.2006 – Ogulsapar Muradova, eine turkmenische Korrespondentin von „Radio Free Europe“, ist nach Angaben von Angehörigen im Gefängnis gestorben. Die Behörden hatten die Familie der Journalistin gestern gebeten, in der turkmenischen Hauptstadt Aşgabat die Leiche zu identifizieren. Die genauen Todesumstände sind nicht bekannt. Während die Behörden behaupten, Ogulsapar Muradova sei eines natürlichen Todes gestorben, sollen die Kinder der Journalistin nach Angaben verschiedener Medien gesagt haben, dass sie am Körper der Toten Spuren von Gewaltanwendung gesehen haben. So berichten die Angehörigen der Toten von einer großen Kopfwunde und Malen am Hals. Ogulsapar Muradovas Familie weigerte sich, vor Ort ein offizielles Formular zu unterzeichnen, mit dem bestätigt werden sollte, dass sie über den Tod Ogulsapar Muradovas informiert wurde. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation „Turkmen Helsinki Foundation“ (THF) fordert die Familie eine unabhängige Untersuchung der Todesumstände. THF spricht im Zusammenhang mit dem Tod von Ogulsapar Muradova von einer politisch motivierten Hinrichtung. Die turkmenische Regierung äußerte sich nicht offiziell zum Tod der Journalistin. Zwei Vertretern der US-Botschaft in Aşgabat wurde nach Angaben der Angehörigen der Verstorbenen der Zutritt zum Leichenschauhaus verwehrt.

Ogulsapar Muradova arbeitete in Turkmenistan als Korrespondentin für den von den USA finanzierten Sender „Radio Free Europe“. Sie war Ende August zusammen mit einem weiteren Journalisten und einem Menschenrechtsaktivisten zu einer Haftstrafe verurteilt worden, nachdem sie bereits am 16. Juni festgenommen worden war. Den Personen wurde unerlaubter Besitz von Munition (Artikel 287-2 des turkmenischen Strafgesetzbuches) vorgeworfen. Wegen mangelnder Transparenz war das Verfahren international auf Kritik gestoßen. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Aşgabat statt. Weder die Angehörigen der Verstorbenen noch ihr Arbeitgeber wissen, in welchem Gefängnis Ogulsapar Muradova inhaftiert war. Die Organisation Reporter ohne Grenzen fordert in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung von der internationalen Gemeinschaft, insbesondere von der Europäische Union, den Vereinigten Staaten und Russland, ein Eintreten für eine Untersuchung des Vorfalls. Die Organisation äußerte sich besorgt über das weitere Schicksal der Personen, die gemeinsam mit Ogulsapar Muradova verurteilt wurden. Laut dem jährlichen Bericht der Organisation Freedom House, der am 6. September dieses Jahres veröffentlicht wurde, zählt die turkmenische Regierung von Präsident Saparmyrat Nyýazow zu den repressivsten der Welt.

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Quellen