Tote bei Zugunfall in der Ukraine

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Veröffentlicht: 21:23, 12. Okt. 2010 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Dnipropetrowsk / Kiew (Ukraine), 12.10.2010 – Bei der Kollision zwischen einem Linienbus und einem Zug sind in der ukrainischen Region Dnipropetrowsk mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen und weitere zehn Insassen des Busses verletzt. Dies teilte ein Polizeisprecher mit. Die Regierung in Kiew ordnete für den 13. Oktober 2010 Staatstrauer an.

Unfallhergang

Der Linienbus war aus zunächst ungeklärter Ursache auf einen unbeschrankten Bahnübergang nahe der Ortschaft Maximowka trotz blinkender Signalanlage gefahren und wurde schließlich von einem Zug erfasst und bis zu 30 Metern mitgeschliffen. Der Bus sei dabei völlig zerstört worden.
Nach dem Unglück waren mehr als 70 Rettungskräfte im Einsatz und mussten 37 Leichen aus den Trümmern bergen. Drei weitere Menschen erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen. Auch eine Delegation des Innenministeriums soll am Unfallort gewesen sein.

Ermittlungen

Nach ersten Ermittlungen habe der Busfahrer das rund 700 Meter weit sichtbare Signal ignoriert. Nach Aussagen eines Bahnsprechers sei die Ampel intakt gewesen und habe angezeigt, dass der Übergang gesperrt ist. Unter Berufung auf Augenzeugen berichtete das Innenministerium, dass der Fahrer beim Versuch, mitten auf dem Bahnübergang den Gang zu wechseln, den Motor abgewürgt habe. Daraufhin sei die Kollision nicht mehr vermeidbar gewesen.

Folgen

Die ukrainische Regierung reagierte mit Bestürzung auf dieses Unglück. Ein Sprecher von Präsident Viktor Janukowitsch bestätigte, dass der Staatschef Staatstrauer anordnen werde. Auch habe er den Familien und Freunden der Opfer sein Beileid ausgesprochen. Der Präsident habe die Regierung angewiesen, den Angehörigen der getöteten Passagiere je 100.000 Hrywnja, umgerechnet rund 9000 Euro, auszuzahlen. Außerdem entsandte er Vize-Regierungschef Andrij Klujew an den Unglücksort, um die Ermittlungen zum Unfallhergang zu leiten und den Familien der Opfer zu helfen. Eine finanzielle Unterstützung versprach zuvor auch Ministerpräsident Mykola Asarow und ordnete zudem die technische Überprüfung aller Bahnübergänge in der früheren Sowjetrepublik an.

Themenverwandte Artikel

Quellen