Tote bei Schießerei und Bombenexplosion in Istanbul

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Veröffentlicht: 18:24, 3. Mai 2009 (CEST)
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Istanbul (Türkei), 03.05.2009 – Drei Tote und mehrere Verletzte sind die Bilanz eine Schießerei im Istanbuler Stadtteil Bostancı am Vormittag des 27. April 2009. Die türkische Polizei wollte in den frühen Morgenstunden einen mutmaßlichen Angehörigen einer linksextremistischen Gruppierung verhaften, als dieser aus der Wohnung, in der er sich aufhielt, das Feuer eröffnete. Insgesamt wurden während der Schießerei zwischen Orhan Yılmazkaya und der Polizei mehrere tausend Schuss Munition abgefeuert. Dabei wurde ein auf der Straße stehender unbeteiligter Mann getötet. Gegen 11 Uhr versuchte ein Spezialkommando, die Wohnung zu stürmen, als Yilmazkaya eine Bombe zur Explosion brachte. Dadurch wurden ein Polizist und er selbst getötet. Der eigentliche Mieter der Wohnung hielt sich im Ausland auf und teilte via SMS mit, nichts mit dem Anschlag zu tun zu haben. Er habe die Wohnung Yılmazkaya überlassen, weil sie beide Freunde gewesen wären.

Der Selbstmordattentäter hatte an der Istanbuler Universität studiert und schrieb Artikel für einige türkische Zeitungen. Er schrieb im Jahr 2003 ein Buch über die türkischen Bäder Istanbuls. Inzwischen sind Bilder Yılmazkayas aufgetaucht, auf denen mit Waffen in einem Ausbildungslager der verbotenen Arbeiterpartei PKK, welche sich zu dem Anschlag bekannte, zu sehen ist.

Die Festnahme stand im Zusammenhang mit mehreren geplanten schweren Anschlägen, denen in der großangelegten Offensive vorgebeugt werden sollte, berichtete der türkische Fernsehsender ntv. Zuvor hatte die türkische Regierung eine Nachrichtensperre über den Einsatz verhängt, dennoch sind offenbar Einzelheiten durchgesickert.

Am Folgetag ereignete sich ein weiterer Terroranschlag der PKK, bei dem neun türkische Soldaten, darunter zwei Offiziere, ihr Leben verloren, als sie auf einer Straße zwischen Diyarbakır und Bingöl fuhren, an deren Rand ein 100 Kilogramm schwerer Sprengsatz ferngezündet wurde. Ziel dieses Anschlags sei das Vorauskommando eines Militärkonvois gewesen, ließ der türkische Generalstabschef İlker Başbuğ in Ankara verlauten.

Quellen