Tote bei Busunglück in Brandenburg

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Veröffentlicht: 20:11, 27. Sep. 2010 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 26.09.2010 – Am Vormittag des 26. September 2010 ereignete sich ein schweres Busunglück am Schönefelder Kreuz nahe Berlin mit Beteiligung eines polnischen Reisebusses. Bei dem Unfall kamen mindestens 13 Menschen ums Leben, bis zu 38 Personen wurden verletzt, 19 von ihnen schwer.

Unfallvorgang

Der polnische Reisebus war auf dem Rückweg eines Betriebsausfluges in Spanien. Der Reisebus war mit 49 Insassen besetzt. Es handelte sich dabei um eine Reisegruppe aus der polnischen Stadt Złocieniec (deutsch: Falkenburg) in Westpommern.

Am Vormittag, um ungefähr 10.30 Uhr, wurde der Bus auf der Autobahn 10 von einem auffahrenden Auto gerammt. Nach ersten Erkenntnissen war der Wagen einer 37 Jahre alten Frau bei regennasser Fahrbahn außer Kontrolle geraten. Nach dem Zusammenstoß geriet der Bus aus der Spur und prallte schließlich gegen einen Brückenpfeiler.

Nach dem Unfall waren fast 300 Kräfte der Polizei und von Rettungsdiensten aus Berlin und Brandenburg vor Ort. Auch Notfallseelsorger trafen am Unfallort ein. Rettungskräfte errichteten auf der Fahrbahn Zelte für die Versorgung der Verletzten. Sechs Hubschrauber wurden eingesetzt, um die Schwerverletzten in Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg zu befördern.

Folgen

Am selben Tag besuchte der polnische Premierminister Donald Tusk den Unfallort. Dabei traf er sich mit dem Ministerpräsidenten von Brandenburg Matthias Platzeck und lobte die deutschen Rettungskräfte in einer Rede: "Ich habe mit drei Verletzten im Krankenhaus gesprochen. Sie lobten sehr die Betreuung, die sie erfahren hatten, sowohl unmittelbar nach dem Unfall als auch im Krankenhaus. Natürlich sind sie schwer erschüttert, schon wegen der hohen Opferzahlen. Das waren alles Freunde, sie kannten sich gut, und es geht ihnen alles sehr nahe."
Noch am Abend kehrte er wieder nach Polen zurück. Auch die polnische Gesundheitsministerin Ewa Kopacz besuchte den Unfallort und die Verletzten in den Krankenhäusern.
Nach dem Unfall zeigte sich Trauer in Deutschland und in Polen. Zum Gedenken an die Opfer wurde in Brandenburg Trauerbeflaggung für alle öffentlichen Gebäude angeordnet. Die Regierung der Wojewodschaft Westpommern ordnete eine eintägige Trauer im nordwestlichsten polnischen Regierungsbezirk an.

Ermittlungen

Derzeit laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Am Montagvormittag traf sich eine Arbeitsgruppe, um über die weiteren Schritte zu beraten. Über die Ergebnisse werde im Laufe des 27. September informiert, teilte die Staatskanzlei in Potsdam mit. Um die Ursache der Tragödie herauszufinden, wurde eine deutsch-polnische Ermittlungsgruppe gebildet, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte.

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Quellen