Streit um Montezumas Kopfschmuck

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Artikelstatus: Fertig 21:57, 11. Jan. 2006 (CET)
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Mexiko-Stadt (Mexiko) / Wien (Österreich), 11.01.2006 – Eine aus dem frühen 16. Jahrhundert stammende, mit über 450 Queztzalfedern und Goldplättchen verzierte aztekische Federkrone könnte für Spannungen im diplomatischen Verhältnis zwischen Mexiko und Österreich sorgen. Seit Jahren fordert der mexikanische Staat die Rückgabe des Kunstwerks. 1996 hatte der 2004 verstorbene Bundespräsident Thomas Klestil eine Rückgabe von Kulturgütern, darunter auch dieses so genannten „penacho“, an den mexikanischen Staat in Aussicht gestellt. Zuletzt hatte im Mai 2005 der mexikanische Präsident Vicente Fox um die Herausgabe des Schmucks gebeten; seinerzeit hatte Österreich mit der Begründung abgelehnt, eine solche Forderung könne nur vom mexikanischen Parlament gestellt werden. Am 10.01.2006 forderte das Parlament in Mexiko-Stadt die Aushändigung der in Wien befindlichen „Krone Montezumas“.

Der Kopfschmuck wurde im 16. Jahrhundert vom spanischen Conquistador Hernán Cortés an Kaiser Karl V. geschickt. Der Habsburger war 1516 König von Spanien geworden und herrschte seit 1519 auch als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, zu dem auch Österreich gehörte. Die Federkrone wurde im Jahr der Kaiserkrönung nach Wien gebracht und gehört seit dem 19. Jahrhundert - als eines der bekanntesten Stücke - zum Bestand des dortigen Museums für Völkerkunde. 2002 hatten Experten des Kunsthistorischen Museums Wien zusammen mit mexikanischen Spezialisten die „Federkrone Montezumas“ untersucht. Die Experten kamen zu dem Ergebnis, dass es keinerlei Beweise dafür gäbe, dass sie jemals den vorletzten Herrscher des Aztekenreiches geschmückt habe.

Quellen