Stichwahl in Frankreich: Verunsicherung an der Börse

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Veröffentlicht: 11:39, 29. Apr. 2017 (CEST)
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Emmanuel Macron

Paris (Frankreich), 25.04.2017 – Der französische Staatspräsident hat ein hohes Maß an politischer Macht. Er wird in diesem Jahr neu gewählt. Bereits im Vorfeld des ersten Wahlgangs am 23. April 2017 in Frankreich gaben die Banken Warnungen an ihre Depotkunden heraus. So schrieb die französische Bank BNP, es könne „sowohl im Vorfeld als auch nach Bekanntgabe des Wahlausgangs zu Einschränkungen der Handelbarkeit, einer kurzfristigen Anpassung der Preisstellung und/oder der verfügbaren Stückzahl sowie der Handelszeiten von Wertpapieren und Devisengeschäften an den jeweiligen Handelsplätzen kommen“. Hinsichtlich ihrer Marktkapitalisierung und ihres Nettoergebnisses ist BNP Paribas die größte Bank in der Eurozone. Sie ist in mehr als 75 Ländern präsent.

Die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der beiden Kandidaten, die am 7. Mai zur Stichwahl für das Präsidentschaftsamt in Frankreich antreten, sind sehr unterschiedlich:

Emmanuel Macron erhielt 24,0 %. In seinem Wahlprogramm fordert er den Abbau von Stellen im öffentlichen Sektor, einen Umbau der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung, die Reduzierung der Unternehmensteuer und die Aufweichung von Regulierungen für Unternehmen. Außerdem möchte er die Bedingungen für Unternehmensgründungen verbessern.

Marine Le Pen

Marine Le Pen erhielt mit 21,3 % die zweitmeisten Stimmen. Sie schlägt protektionistische Töne an und unterstreicht die Souveränität Frankreichs sowohl gegenüber der EU als auch gegenüber den internationalen Finanzmärkten. Außerdem verlangt sie den Austritt Frankreichs aus der Eurozone und die Rückkehr zur nationalen Franc-Währung. Sie möchte die heimische Wirtschaft stärken und hofft so, Wähler in der Mittelschicht zu gewinnen. Internationale Unternehmen und Konzerne sehen eine solche Politik sehr kritisch. Le Pen stützt sich unter anderem auf die Ansichten des französischen Wirtschaftswissenschaftlers und Nobelpreisträgers Maurice F. C. Allais.

Nach dem Sieg des wirtschaftsliberalen Macron im ersten Wahldurchgang am 23. April 2017 stiegen die Börsenkurse für Aktien der Commerzbank, der Deutschen Bank, der Société Générale und weiterer Finanzunternehmen an. Die Kursgewinne erreichten am 24. April 10% gegenüber dem vorhergehenden Handelstag. Auch ein Analyst von Goldman Sachs sieht den Sieg von Macron positiv.


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Quellen[Bearbeiten]