Sonderwirtschaftszone mit chinesischem Recht in Sachsen-Anhalt

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Artikelstatus: Fertig 13:04, 17. Okt. 2005 (CEST)
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Halle (Saale) (Deutschland), 09.10.2005 – Auf einer öffentlichen Anhörung im September sind Pläne für eine „Sonderwirtschaftszone China“ in Sachsen-Anhalt vorgestellt worden. Nach Angaben der Initiatoren sollen in einem 8.000 Quadratkilometer großen Gebiet um Halle (Saale) die Gesetze der Volksrepublik China gelten. Ein entsprechender Staatsvertrag sei bereits geschlossen worden.

Ein Unternehmer, der nach eigenen Angaben schon länger in China aktiv ist und aus Kasachstan stammt, sprach von bis zu 600.000 Arbeitsplätzen, die der chinesische Investor „Mainland Developments“ in den nächsten fünf Jahren schaffen wolle. Diese sollten mit chinesischen Arbeitern, aber auch mit Deutschen besetzt werden, sagte er. Ihm seien die 1-Euro-Jobs bekannt, diese Überbezahlung werde man aber nicht mittragen.

Neben Vertretern von „Mainland Developments“ waren auch Experten von der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau und des örtlichen Instituts für Wirtschaftsforschung sowie ein Professor für Siedlungs-Soziologie aus Wien gekommen, um sich der Diskussion zu stellen.

Es gab Stimmen, die befürchteten, andere Bundesländer könnten einspringen, falls das Projekt nicht in Sachsen-Anhalt verwirklicht werde. Andere zeigten sich besorgt, sie könnten wie in der DDR eingesperrt werden.

Die Fassade blieb während der gesamten Veranstaltung gewahrt. Den wenigsten anwesenden Bürgern war am Ende klar, dass es sich um eine Parodie handelte. Alle angeblichen Wirtschaftsvertreter waren Schauspieler, die Experten eingeweiht.

Hinter der Idee steckt der Grazer Architekt Johannes Fiedler. Gegenüber tagesschau.de sagte er, er habe zeigen wollen, dass eine Wiederbelebung mancher Regionen nicht ohne Veränderung möglich sei. Außerdem habe er zum Nachdenken anregen wollen, warum in China niedrige Löhne akzeptiert werden.

Er gab zu, am Ende sei es makaber gewesen, aber das habe es in der Wirklichkeit auch schon gegeben. Fiedler sagte auch, da sei noch eine Provokation „im Busch“. Wie diese aussieht, verriet er verständlicherweise nicht.

Quellen