Sojus TMA-M bringt neue Langzeitbesatzung an Bord der Internationalen Raumstation

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Veröffentlicht: 14:55, 10. Okt. 2010 (CEST)
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Das Team der Sojus-Mission TMA-01M
von links nach rechts: Scott Kelly, Alexander Kaleri und Oleg Skripotschka

10.10.2010 – Die russischen Kosmonauten Alexander Kaleri und Oleg Skripotschka sowie der US-Astronaut Scott Kelly dockten in der Nacht zum Sonntag an der Internationalen Raumstation (ISS) an. Sie bilden die neue Langzeitbesatzung der Raumstation zusammen mit Douglas Wheelock und Shannon Walker sowie dem Russen Fjodor Jurtschichin, die sich bereits an Bord der ISS befanden. Das Andockmanöver wurde um 02:01 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit erfolgreich vollzogen.

Für das Manöver wurde eine modernisierte Version der russischen Raumkapsel Sojus TMA-M benutzt, die mit vollautomatischen digitalen Steuerungssystemen ausgestattet ist. Das neue Team wird sechs Monate im All bleiben. Geplant sind unter anderem drei „Weltraumspaziergänge“. Wie Bordingenieur Skripotschka vor seinem Abflug mitteilte, sollten „ausgediente Apparaturen sowie Test-Biomaterialien zu weiteren Untersuchungen von der Außenfläche der ISS“ abmontiert werden. Neben biotechnologischen und medizinischen Experimenten freut sich Alexander Kaleri auch schon darauf zu fotografieren. Außerdem soll an dem von russischer Seite betriebenen Experiment „Plasma-Kristall“ weitergearbeitet werden. Die Untersuchung von Plasmakristallen ist ein relativ neuer Forschungszweig, bei dem Festkörpereigenschaften auf kinetischer Ebene untersucht werden können. Dabei geht es beispielsweise um die Übergänge zwischen den Aggregatzuständen wie dem Schmelzen. Unter Schwerkraftbedingungen lassen solche Experimente nur die Bildung zweidimensionaler Kristalle zu. Unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit, wie sie im Weltall herrschen, lassen sich jedoch auch größere dreidimensionale Plasmakristalle bilden. Bei Experimenten dieser Art arbeitet das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München seit 2001 mit zwei russischen Forschungsinstituten zusammen. Bisher wurden im Orbit 45 Experimente mit komplexen Plasmen durchgeführt. Der russische Teil des Teams plant außerdem die Durchführung von 40 Experimenten in den Bereichen Grundlagenwissenschaft, Medizin und Physik.

Der nächste Sojus-Start zur ISS ist für Dezember geplant.

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Quellen