Selbstmordanschlag in Afghanistan auf einem Basar in Tarin Kut

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Tarin Kut (Afghanistan), 06.01.2006 – In der Stadt Tarin Kut, der Hauptstadt der zentralafghanischen Provinz Uruzgan, hat am Donnerstag, den 5. Januar ein Attentäter auf einem Basar einen Selbstmordanschlag verübt.

Der mit einer Mine ausgestattete Selbstmordattentäter habe das Haus des Gouverneurs treffen wollen, sich aber vorzeitig neben einer Gruppe von Polizisten in die Luft gesprengt. Es gab mindestens zehn Tote und 50 Verletzte. Alle Opfer, außer zwei verletzten Polizisten, waren nach Angaben des stellvertretenden Provinzgouverneuers Haji Abdul Aziz Zivilisten. Unter den Verletzten sei auch der Vize-Polizeichef von Urusgan. 15 Verletzte befänden sich in einem kritischen Zustand und seien in Krankenhäuser im nahe gelegenen Kandahar gebracht worden. Unter den Todesopfern befindet sich auch der Täter. Der Ort des Geschehens befindet sich anderthalb Kilometer vom Haus des Provinzgouverneuers Dschan Mohammed Khan entfernt, der zur Zeit zur Pilgerfahrt nach Mekka in Saudi-Arabien unterwegs ist.

Zur Zeit des Attentats befand sich der US-Botschafter in Afghanistan, Ronald E. Neumann, mit einer Delegation im Haus des Gouverneurs. Der US-Botschafter wurde nicht verletzt.

Ein Rebellensprecher namens Qari Yousif Ahmadi nannte den Namen des Attentäters. Wie und in welcher Form sich dieser Rebellensprecher zu Wort gemeldet hat, geht aus dem Bericht nicht hervor. Qari Yousif Ahmadi sagte, dass der Anschlag von einer lokalen Taliban-Gruppe verübt wurde. Er hat sich bereits mehrfach im Namen der Taliban zu Anschlägen bekannt, sein genaues Verhältnis zu der Gruppe ist aber unklar. In einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur Reuters teilte Qari Yousif Ahmadi mit, dass das Ziel des Anschlags darin bestanden hätte, den US-Botschafter zu töten. In dem Bericht heißt es, das afghanische Innenministerium mache „Feinde Afghanistans“ dafür verantwortlich.

Quellen