Sechs Leichen in einem Restaurant in Sittensen gefunden

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Artikelstatus: Fertig 11:40, 6. Feb. 2007 (CET)
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Sittensen (Deutschland), 06.02.2007 – In der niedersächsischen Gemeinde Sittensen (Landkreis Rotenburg/Wümme) wurden am Montagmorgen in dem chinesischen Restaurant „Lin Yue“ die Leichen von drei Männern und drei Frauen entdeckt. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei den Toten wahrscheinlich um Asiaten. Als Todesursache werden Schussverletzungen angenommen. Ein Mitarbeiter des Restaurants wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er inzwischen verstarb. Der Mann, dessen Zustand nach einem Kopfschuss sehr kritisch war, wurde bis zu seinem Tod im Krankenhaus streng bewacht. Die zweijährige Tochter des Betreiberehepaars, die sich ebenfalls im Lokal aufhielt, wurde nicht verletzt.

Die Leichen wurden von dem 47-jährigen Ehemann eines der Opfer teilweise gefesselt aufgefunden, der gegen 0:30 Uhr seine Frau von der Arbeit abholen wollte. Die polizeilichen Ermittlungen dauern zur Stunde noch an. Sowohl die Identität der Leichen als auch die Hintergründe der Tat werden noch untersucht. Ein Zusammenhang mit organisierter Kriminalität oder ein Familiendrama sei nicht auszuschließen. Spezialisten des Landeskriminalamtes und des BKA wurden hinzugezogen und eine Sonderkommission der Polizei eingerichtet. Alle Gäste des Lokals, die sich am Sonntagabend in dem Restaurant aufgehalten haben, werden von der Polizei gebeten, sich als Zeugen zur Verfügung zu stellen.

Alle Opfer waren offenbar im Lokal angestellt. Falls ein Zusammenhang mit Triaden bestünde, wäre dies nach Kriminologe Christian Pfeiffer die bislang aufsehenerregendste Tat in der Bundesrepublik Deutschland. Die Polizei hätte dann nur geringe Erfolgsaussichten, da ausländische Mitbürger denken, dass zuwenig für sie getan würde, wenn sie sich der Polizei anvertrauen, so Pfeiffer weiter.

Nach Aussage einer Ladenbesitzerin auf der gegenüberliegenden Straßenseite gibt es im Ort Gerüchte über einen möglichen Hintergrund von Bandenkriminalität („Mafia“). Der Polizei zufolge gibt es jedoch im Zusammenhang mit dem chinesischen Restaurant keine Vorgeschichte, die auf Schutzgelderpressung oder ähnliche Delikte hindeutet. Aus ermittlungstaktischen Gründen will die Polizei zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine weiteren Angaben zu möglichen Motiven für die Bluttat machen.

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Quellen