Operation „Muschtarak“: 15.000 Soldaten im Einsatz bei Großoffensive in Afghanistan

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Veröffentlicht: 21:06, 13. Feb. 2010 (CET)
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US-Marines bei Mardscha, vier Tage vor der Militäroffensive in der Provinz Helmand

Kabul (Afghanistan), 13.02.2010 – Truppenverbände mit einer Personalstärke von insgesamt 15.000 Soldaten rückten kurz nach Mitternacht in die Region Mardscha in der afghanischen Provinz Helmand ein. Die Region gilt als eines der Hauptanbaugebiete der Welt für Schlafmohn, woraus Opium gewonnen wird und als Hochburg der Taliban in Afghanistan. An der Operation Muschtarak nehmen Soldaten der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) sowie afghanische Militäreinheiten teil. Britische, dänische, kanadische und estnische Soldaten sowie 2.500 afghanische Soldaten sind im Einsatz. Die militärische Führung liegt bei der US-Armee. Es handelt sich um die größte Militäroffensive gegen Stellungen der Taliban seit dem Sturz der Taliban im Jahr 2001.

US-amerikanische und afghanische Verbände waren kurz nach Mitternacht in der Stadt Mardscha von Hubschraubern abgesetzt worden. Das Vorrücken der US-Truppen wurde jedoch durch die starke Verminung der Region verzögert. Unter Berufung auf afghanische Militärangaben wurde von 20 toten Taliban-Kämpfern und zwei getöteten Soldaten der internationalen Streitkräfte berichtet. Außerdem sollen elf Talibankämpfer gefangen genommen worden sein. Die Taliban berichteten von sechs getöteten US-Soldaten.

Die militärische Großoffensive ist Bestandteil einer neuen US-Militärstrategie zur Befriedung der Region. Für die Zeit unmittelbar nach dem Angriff steht bereits eine große Zahl afghanischer Beamter bereit, die den Auftrag haben, sofort nach dem Ende der Kämpfe eine Stadtregierung zu bilden. Außerdem sollen dann 1.900 afghanische Polizisten für Sicherheit sorgen. Eine Wiederholung der Ereignisse bei den Kämpfen um Falludscha im Jahr 2004 soll vermieden werden. Damals waren nach dem Angriff der US-Armee auf die Stadt im April und November 2004 hunderte ziviler Opfer zu beklagen gewesen. Bei bisherigen Offensiven waren die Taliban vor dem Druck der angreifenden alliierten Streitkräfte zwar zurückgewichen, um dann nach dem Abzug des Großteils der ausländischen Truppen wieder in das umkämpfte Gebiet zurückzukehren und ihren Einfluss erneut weitgehend ungehindert auszuüben.

Bewohner der Region Mardscha hatten bereits Tage vor der Offensive der US-geführten Militärkoalition die Gegend in großer Zahl verlassen. Die NATO hatte vorher Flugblätter in der Region verteilt, in denen vor dem bevorstehenden Angriff gewarnt worden war.

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Quellen