Obama entsendet 100 US-Soldaten als Militärberater nach Uganda

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Veröffentlicht: 06:38, 17. Okt. 2011 (CEST)
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Kampala

Kampala (Uganda) / Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 17.10.2011 – Mit der Entsendung von 100 bewaffneten Militärberatern greift der amerikanische Präsident Barack Obama in den Bürgerkrieg in Uganda ein. Die Berater sollen die Regierungstruppen beim Kampf gegen die paramilitärische Gruppe Lord’s Resistance Army (LRA) unterstützen. Ein Ziel ist es, den Führer der LRA Joseph Kony zu fassen.

Über die Entsendung der Berater informierte Obama den Kongress am Freitag, dem 14.Oktober, in einem Brief. Bereits am Mittwoch (12. Oktober) waren Teile des Kontingents aufgebrochen. Die US-Soldaten sollen lediglich beraten und nicht in die Kämpfe eingreifen; sie werden sich jedoch, wenn nötig, selbst verteidigen. Einsätze in anderen afrikanischen Staaten wie dem Südsudan, in der Zentralafrikanischen Republik und der Demokratischen Republik Kongo sind denkbar.

Joseph Kony wird vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht. Die LRA, übersetzt die „Gottesarmee“, gilt als eine der brutalsten der Welt. Zuerst trat sie Ende der 1980er Jahre im Norden Ugandas auf, jetzt liegt ihr Schwerpunkt in Zentralafrika. Das US-Außenministeriums bilanziert die direkten Folgen des Handelns der LRA, 2400 Personen getötet und 3400 verschleppte, allein 2008. Die Vereinten Nationen sprechen von 380.000 Personen, die vor der Gewalt der Miliz geflüchtet sind. Tausende Frauen wurden vergewaltigt und zehntausende Kinder zu Soldaten gemacht.

Dem Manifest von Kony zufolge, das durch Aussagen von Mitgliedern wiederholt wird, kämpft die Organisation für den Sieg über die ugandische Regierung von Präsident Museveni und für die anschließende Errichtung eines Gottesstaates auf Basis der zehn Gebote.

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Quellen