Nobelpreis für Physik des Jahres 2020 geht an Roger Penrose sowie Andrea Ghez und Reinhard Genzel

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Veröffentlicht: 21:01, 10. Okt. 2020 (CEST)
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Roger Penrose (Archivbild 2011)
Andrea Ghez
Reinhard Genzel (Archivbild 2012)

Stockholm (Schweden), 10.10.2020 – Die Preisträger des Physiknobelpreises des Jahres 2020 wurden am 6. Oktober verkündet. Der Preis geht zur einen Hälfte an den Mathematiker Roger Penrose von der University of Oxford für „die Entdeckung, dass die Bildung von Schwarzen Löchern eine robuste Vorhersage der allgemeinen Relativitätstheorie ist“. Die zweite Hälfte teilen sich die beiden Forscher Andrea Ghez und Reinhard Genzel für „die Entdeckung eines supermassereichen kompakten Objekts im Zentrum unserer Galaxie“.

Die Entdeckung von Penrose hat eine lange Geschichte. Bereits im Januar 1965 konnte Penrose im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie nachweisen, dass sich Singularitäten auch unter realistischen Bedingungen bilden können – etwa durch den Gravitationskollaps eines massereichen Sterns. Hierdurch kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Schwarzes Loch entstehen. Insbesondere musste Penrose die – früher immer vorausgesetzte – Symmetrieannahme für den Zusammenfall der Sterne aufgeben und das mathematische Konzept der „Trapped Surfaces“ entwickeln. Durch mathematische Werkzeuge konnte er die Eigenschaften der gekrümmten Raumzeit mit Hilfe der Allgemeinen Relativitätstheorie erforschen.

Die zweite Hälfte des Nobelpreises wird aufgrund übereinstimmender Ergebnisse der beiden Forschergruppen um Reinhard Genzel vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching sowie der University of California in Berkeley und um Andrea Ghez von der University of California in Los Angeles vergeben. Jahrelange Beobachtungen konnten sie nur durch ein äußerst massereiches, unsichtbares Objekt im galaktischen Zentrum erklären, das die Sterne durch seine sehr hohe Gravitation an sich bindet. Mit Hilfe spezieller Instrumente und Methoden bekamen die Forscher immer präzisere Einblicke das Zentrum der Milchstraße. Sie konnten insbesondere die Position der hellsten Sterne dort verfolgen, die sich auf stabilen, aber extrem elliptischen Umlaufbahnen mit hohem Tempo um das Zentrum bewegen.


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Quellen[Bearbeiten]