New Orleans: Immer noch jeden Tag mehr als 1.000 Hilferufe

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Artikelstatus: Fertig 14:17, 7. Sep. 2005 (CEST)
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New Orleans (USA), 07.09.2005 – Eine Woche nach dem verheerenden „Hurrikan Katrina“ sind die Rettungskräfte in New Orleans noch immer damit beschäftigt hilfesuchende Bewohner aus der Stadt zu evakuieren. Es gingen täglich noch mehr als tausend Notrufe bei der Polizei ein von Bewohnern, die trotz der angeordneten Evakuierung noch in der Stadt verblieben sind bzw. nicht fliehen konnten.

Über die Zahl der Opfer gibt es aber derzeit noch keine Angaben, jedoch erklärte Heimatschutzminister Michael Chertoff, dass man sich auf grausige Bilder im Zuge der Rettungsarbeiten einstellen müsste. Wörtlich sagte er: „Wenn wir das Wasser aus New Orleans pumpen, werden wir Menschen finden, die in ihren Häusern gestorben sind, die von den Fluten eingeschlossen wurden. Menschen, deren Überreste wir in den Straßen finden werden.“

Erfreulich sei lediglich, dass die Sicherheitskräfte die Lage in der Stadt wieder unter ihre Kontrolle bekämen. In Teilen der Stadt konnte die Stromversorgung wiederhergestellt werden. Armee-Pioniereinheiten begannen inzwischen mit dem Abpumpen des Wassers. Es werde aber noch drei Monate dauern, bis die Stadt wieder bewohnbar sei, sagte ein Armeesprecher.

Die politische Diskussion über Verantwortlichkeiten für die schleppend angelaufenen Hilfsmaßnahmen ging auch heute weiter. Der Präsident einer Kirchengemeinde in der Nähe von Orleans sagte im US-Fernsehen: „Wir sind von unserem eigenen Land im Stich gelassen worden.“ Präsident George W. Bush kündigte für Montag einen weiteren Besuch in der Krisenregion an. Auch die Außenministerin Condoleezza Rice besuchte heute die Region. Dabei trat sie dem Vorwurf entgegen, Hilfeleistungen seien aus rassistischen Gründen unterblieben. Einige afro-amerikanische Politiker hatten den Vorwurf erhoben, die Hilfe wäre schneller gewährt worden, wenn es sich bei den Opfern um reiche Weiße gehandelt hätte.

Die Aufnahmekapazitäten der Nachbarstaaten für die Unterbringung von Flutopfern stößt inzwischen an Grenzen. Der texanische Gouverneur Rick Perry schlug vor, einen Teil der in Texas untergebrachten Menschen aus der Krisenregion in andere Bundesstaaten zu verlagern. In Texas wurden etwa 139.000 Menschen aus den überfluteten Gebieten Louisianas in öffentlichen Unterkünften aufgenommen. Weitere 100.000 wurden in Hotels untergebracht.

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Quellen