Neue Mitschnitte: 9Live-Moderator nennt Kritiker „Vollidioten“

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Artikelstatus: Fertig 22:45, 22. Mai 2007 (CEST)
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Unterföhring (Deutschland), 22.05.2007 – Zwei neue Videomitschnitte bringen den Call-In-TV-Sender9Live“ in Bedrängnis. Bereits vor etwas über einer Woche war ein Live-Mitschnitt aufgetaucht, in dem die Moderatorin Alida Lauenstein mutmaßlich die Redaktion mit den Worten „bei solchen Peaks schlagt doch später zu“ dazu auffordert, den sogenannten „Hot-Button“ später zuschlagen zu lassen. Offenbar war das Mikrofon der zu diesem Zeitpunkt nicht im Bild zu sehenden Moderatorin durch einen Fehler der Tonregie eingeschaltet. Wenige Tage zuvor hatte das ARD-Magazin Aussagen von 9Live-Aussteigern präsentiert. Die Ex-Mitarbeiter gaben an, dass der von 9Live in Stellungsnahmen regelmäßig als reiner Zufallsmechanismus dargestellte „Hot-Button“ keineswegs zufällig sei, sondern vom zuständigen Redakteur in Abhängigkeit vom Anrufaufkommen ausgelöst würde. Eine ehemalige Redakteurin sagte aus, sie sei aufgefordert worden bei hohen Anruferzahlen „jeden mitzunehmen“. Diese Vorwürfe wurden durch den Mitschnitt untermauert.

Über ein branchenkritisches Forum wurden nun zwei weitere Mitschnitte bekannt. Offenbar war bereits am 28. April 2007 ein ähnlicher Fehler geschehen. So verlässt der Moderator Max Schradin das Bild und fragt mit den Worten „Bin ich unten?“ mutmaßlich nach, ob sein Mikrofon abgeschaltet ist. Anschließend richtet er sich anscheinend ähnlich wie seine Kollegin Lauenstein an die Redaktion. Zu hören sind die Worte „Jens pass auf. Wenn Du jetzt zuschlagen lässt, dann musst Du immer...“, dann wird das Mikrofon abgeschaltet. Auch diese Panne scheint die Vorwürfe gegen 9Live zu belegen.

Ein drittes Video stammt vom vergangenen Freitag. Wie bereits in verschiedenen jüngeren Sendungen zuvor geht der Moderator – in diesem Fall Robin Bade – scheinbar auf die Vorwürfe gegen den Sender ein. In einem mehrminütigen Monolog beleidigt er dabei die Kritiker unter anderem mit den Worten „Die Leute, die das hier schlechtreden wollen, sind dumm. So isses. Vollidioten.“ und „Auf den Hot-Button hat niemand Einfluss. Und wer das behauptet, der lügt und hat keine Ahnung, glauben Sie mir“. In Wirklichkeit sei 9Live auf Seiten der Zuschauer: „Rufen Sie mich jetzt an und holen Sie sich das Geld. [...] wir können zusammen den stolprigen Weg des Erfolges gehen. Aber den Griff an den Heiligen Gral, den müssen Sie alleine machen. [...] Ich weiß, dass 9Live wirklich funktioniert. Wenn Sie's nicht erkennen, kann ich Ihnen nicht helfen.“

Die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien hat unterdessen den Sender zu einer Stellungsnahme zum Lauenstein-Video aufgefordert. Wie ein Sprecher erklärte, habe man dem Sender „aufgrund der Bedeutung des Falles“ nicht die übliche Frist von mehreren Wochen, sondern nur 48 Stunden zur Stellungsnahme eingeräumt. Diese Frist läuft bis Mittwoch Mittag.

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Quellen