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Nepal: Mehrere Explosionen nach Ende der Waffenruhe

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Geografische Lage von Nepal

Kathmandu (Nepal), 03.01.2006 – Mehrere Explosionen ereigneten sich in der Nacht zum Dienstag in dem Himalayastaat Nepal, nachdem Rebellenführer Pranchanda am Tag zuvor eine seit September währende Waffenruhe aufgekündigt hatte, die von der maoistischen Guerilla einseitig ausgerufen wurde. Berichte über verletzte Menschen liegen nicht vor.

Eine Erschütterung beschädigte ein Regierungsgebäude in der 280 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Kathmandu gelegenen Stadt Bhimeshwar. In der bei Touristen beliebten Stadt Pokhara explodierten zwei Sprengsätze in der Nähe einer Polizeistation. Ein Gebäude der Stadtverwaltung war vermutlich das Ziel einer weiteren Explosion in Butwal. Laut einer Webseite der Maoisten übernahmen die Rebellen die Verantwortung für die Explosionen.

Vertreter der UN in der Hauptstadt Kathmandu äußerten sich am Dienstag besorgt über die angespannte Lage in Nepal und rechnen nach der Einstellung der Waffenruhe mit dem Wiederaufflammen der Kämpfe. Auch Angehörige der nationalen Menschrechtskommission (NHRC) drückten ihr Bedauern aus. Ein Vertreter des Informationsministeriums von Nepal sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters : „Es ist ein Unglück. Der Staat ist auf jede Eventualität vorbereitet und wachsam.“

König Gyanendra, der sich zusammen mit seiner Frau momentan auf einer 22-tägigen Reise durch Ostnepal befindet, ist sich sicher, dass der Frieden im Land wieder hergestellt wird. Die Rebellen machen unterdessen seine Regierung dafür verantwortlich, dass die Waffenruhe nicht weiter verlängert wurde. In einer Veröffentlichung beschuldigen sie die königliche Armee der Tötung von Gefangenen und anhaltender Gewalt gegenüber der Zivilbevölkerung. Auch andere Oppositionsgruppierungen machen die Regierung für die Einstellung der Waffenruhe verantwortlich. Sie habe die Rebellen zu dem Abbruch gezwungen.

In dem seit 1996 andauernden Konflikt haben bisher über 12.000 Menschen ihr Leben verloren.

Für die über 100.000 nepalesisch-stämmigen Flüchtlinge, die Anfang der 1990er-Jahre aus Bhutan vertrieben wurden und jetzt im Osten des Landes auf eine Klärung ihres Status warten, scheint sich die Lage zu verbessern. Wie die chinesische Nachrichtenagentur „Xinhua“ auf Berufung von Radio Nepal heute berichtet, hat die Regierung des kleinen Landes ein so genanntes Memorandum of Understanding mit den Welternährungsprogramm der UN unterzeichnet, in dem die UN-Behörde der Regierung fast zehn Millionen US-Dollar zur humanitären Unterstützung der Flüchtlinge für das Jahr 2006 in Aussicht stellt.

Quellen