Nürnberg: Ermittlungskommission nimmt mutmaßlichen Mörder fest

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Veröffentlicht: 21:24, 13. Mai 2011 (CEST)
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Nürnberg (Deutschland), 13.05.2011 – Die Ermittlungskommission „Frieda“ hat einen Tatverdächtigen im Lottomordfall festgenommen. Umfangreiche Ermittlungen führten auf seine Spur. Es handelt sich um einen 29-jährigen Algerier. Die Festnahme erfolgte durch Spezialeinheiten, als der mutmaßliche Raubmörder die Stadt in Richtung Frankfurt verlassen wollte.

Am Karsamstag war die 76-jährige Inhaberin eines Lottogeschäfts in ihrem Laden tot aufgefunden worden. Schnell war klar, dass ein Kampf stattgefunden hatte und die Frau erwürgt worden war.

Erste Erkenntnisse zu dem Nordafrikaner ergaben sich letztes Wochenende durch die Auswertung zurückliegender Telekommunikations-Verbindungs-Daten. Glücklicherweise waren diese noch vorhanden, trotz der fehlenden Regelung zur Vorratsdatenspeicherung in Deutschland, nachdem ein bestehendes Gesetz am 2. März 2010 durch das Bundesverfassungsgericht gekippt worden war[1].

Diese Ermittlungsergebnisse deckten sich mit Hinweisen aus der Bevölkerung, die die Möglichkeit hatte, ein Band abzuhören, auf dem die Stimme eines bis dahin unbekannten Anrufers zu hören war. Dieser hatte nach der Tat von der Telefonzelle am Weißen Turm die Rettungsleitstelle von dem Verbrechen informiert.

Ein weiterer Mosaikstein waren Fingerspuren des Sohnes der Getöteten. Er hatte beim Einräumen der später geraubten Zigaretten geholfen. Packungen mit den Spuren wurden beim Verdächtigen bei einer Durchsuchung sichergestellt.

Der Nordafrikaner, der 2002 als Asylant nach Deutschland kam, bestreitet die Tat trotz der schwerwiegenden gegen ihn vorliegenden Indizien. Ein Haftbefehl ist ergangen.

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Quellen

Fußnote

  1. Bundesverfassungsgericht: 1 BvR 256/08, 1 BvR 263/08, 1 BvR 586/08, 2. März 2010. Zugriff am 13. Mai 2011.