Mexiko: Innenminister bei Flugzeugabsturz getötet

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Veröffentlicht: 16:59, 5. Nov. 2008 (CET)
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Juan Camilo Mouriño (Archivbild)

Mexiko-Stadt (Mexiko), 05.11.2008 – Der mexikanische Innenminister Juan Camilo Mouriño ist tot. Er kam mit sieben weiteren Personen am Abend des 4. November 2008 (Ortszeit) beim Absturz eines Learjets auf die Hauptverkehrsstraße von Mexiko-Stadt ums Leben. Vierzig weitere Menschen, die sich meist in PKWs befanden, wurden verletzt. Auch der mexikanische Sicherheitsberater Luis Santiago wurde bei dem Unglück getötet. Entgegen ersten Gerüchten nahm der Generalstaatsanwalt von San Luis Potosí nicht am Flug teil.

Bei dem Unfall kam es zu einer oder mehreren Explosionen. Experten schließen einen Anschlag aus, konnten jedoch noch nicht die Unfallursache ermitteln. Inzwischen wurde auch bekannt, dass offenbar nur knapp eine größere Katastrophe verhindert wurde: Beim Absturzort handelte es sich um eine Allee nahe dem Stadtzentrum von Mexiko-Stadt, die nur Fußgänger betreten dürfen, nahe der stark ausgelasteten, zum Stadtzentrum führenden Einfallsstraße La Reforma.

Juan Camilo Mouriño kam bei einem Regierungsflug um. Er befand sich auf der Rückreise von San Luis Potosi, wo er einen Sicherheitsvertrag unterzeichnet hatte, der sich gegen die organisierte Drogenkriminalität in Mexiko richtet. Beim Krieg mit der Drogenmafia wurden allein seit Jahresbeginn mehr als 4.000 Menschen getötet. Dabei handelt es sich um Opfer sowohl der Ausschreitungen mit Sicherheitskräften als auch der Kämpfe der um die Vormachtsstellung buhlenden Kartelle untereinander. Diese verkaufen ihr Rauschgift illegal in die Vereinigten Staaten. Mehr als 36.000 Polizisten sind zur Drogenhandelsbekämpfung in Mexiko im Einsatz.

Regierungsstellen haben den Tod des Innenministers inzwischen bestätigt. Präsident Calderón gab an, „außerordentlichen Schmerz“ über den Verlust seines engen Freundes zu empfinden.

Quellen