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Mehrstündiges Feuergefecht zwischen Thailand und Kambodscha

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Veröffentlicht: 17:31, 22. Apr. 2011 (CEST)
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Bild einer Tempelanlage in der Region (Prasat Ta Muen Thom)

Bangkok (Thailand) / Phnom Penh (Kambodscha), 22.04.2011 – Vier tote Soldaten und acht Verwundete auf thailändischer Seite sowie drei tote kambodschanische Soldaten – das ist die Bilanz eines fünfstündigen bewaffneten Grenzkonflikts an der thailändisch-kambodschanischen Grenze im Bezirk Phanom Dong Rak in der Provinz Surin.

Nach thailändischen Angaben begannen die bewaffneten Auseinandersetzungen um 6:30 Uhr (Ortszeit) in der Nähe von Tempelanlagen im Bezirk Phanom Dong Rak. Die thailändische Seite wirft der kambodschanischen Armee vor, ein Abkommen verletzt zu haben, wonach es keiner Seite erlaubt ist, einen umstrittenen Hügel in der Region mit bewaffneten Einheiten zu überqueren. Die kambodschanische Seite soll demnach versucht haben, die Kontrolle über den Hügel zu übernehmen. Die Aufforderung von thailändischer Seite war von den kambodschanischen Soldaten mit der Eröffnung des Feuers auf die thailändischen Stellungen beantwortet worden – so die thailändische Darstellung. Die kambodschanische Seite gibt den thailändischen Truppen jedoch die Schuld am Beginn der Kampfhandlungen. Demnach sollen thailändische Soldaten am Morgen auf kambodschanisches Gebiet vorgedrungen sein.

Der Sprecher der thailändischen Armee, Sirijan Ngathong, erklärte, die kambodschanischen Truppen hätten zwei Tage vor dem heutigen Zusammenstoß damit begonnen, schwere Waffen in die Region in der Nähe der Tempelanlage von Prasat Ta Kwai zu bringen.

7.500 Einwohner in der Region auf thailändischer Seite wurden vorsichtshalber aus 20 Dörfern evakuiert. Zwischen beiden Seiten wurde Gewehr- und Artilleriefeuer ausgetauscht. Nach thailändischen Angaben detonierten in dem Dorf Santisuk mehrere Artilleriegranaten. Die zweite thailändische Armeedivision ordnete die Schließung eines Grenzübergangs im Kap Choeng-Distrikt zur kambodschanischen Seite auf unbestimmte Zeit an.

Bei den Streitigkeiten an der thailändisch-kambodschanischen Grenze handelt es sich um einen seit Jahrzehnten schwelenden Grenzkonflikt. Insbesondere geht es dabei um die Frage, welche Seite die Besitzrechte an berühmten Tempelanlagen in der Region für sich beanspruchen kann. Als besonders umstritten gilt die Tempelanlage bei Preah Vihear, die 900 Jahre alt ist.

Derweil wies ein thailändischer Armeesprecher Gerüchte zurück, wonach das Militär Thailands einen Putsch plane. Anfang Juli finden in Thailand Parlamentswahlen statt.

In der Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Grenzkonflikt um Prasat Preah Vihear“.

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Quellen