Mehmet Ali Ağca wurde aus dem Gefängnis entlassen

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Artikelstatus: Fertig 15:47, 12. Jan. 2006 (CET)
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Istanbul (Türkei), 12.01.2006 – Heute morgen wurde Mehmet Ali Ağca, der am 13. Mai 1981 ein Attentat auf Papst Johannes Paul II. verübte, aus der Haftanstalt Kartal in Istanbul vorzeitig entlassen. Er wurde direkt danach zu einem Musterungsbüro der Armee gebracht und in einem Militärkrankenhaus auf Musterungsfähigkeit untersucht. Der 48-Jährige hatte noch keinen Militärdienst abgeleistet. Da es in der Türkei keine Altersgrenze für die Musterung gibt, wird er nun eingezogen.

Nach dem Attentat auf den Papst war Mehmet Ali Ağca 19 Jahre lang in Italien inhaftiert. Im Jahr 2000 wurde er vom damaligen italienischen Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi begnadigt, woraufhin er an die Türkei ausgeliefert wurde. In Istanbul war Ağca für einen Mord an einem Journalisten und zwei bewaffneten Überfällen in den 70er Jahren bis heute inhaftiert. Ursprünglich wurde er 1980 in seiner Abwesenheit wegen dieser Taten zum Tode verurteilt. Die Todesstrafe wurde jedoch in eine Haftstrafe von 36 Jahren umgewandelt. Durch eine Amnestie im Jahr 2002 und einer Strafminderung konnte er bereits heute das Gefängnis verlassen.

Der Vatikan reagierte zurückhaltend auf die Nachricht der Haftentlassung. Papst Johannes Paul II. hatte zwei Jahre nach dem Attentat den Täter im Gefängnis besucht, mit ihm gebetet und ihm verziehen. Was nun in der Türkei ablaufe, sei nach Angaben des Vatikans außerhalb des Wirkungsbereiches des Heiligen Stuhls, alle Entscheidungen müssten die dafür zuständigen Gerichte fällen. Ağca hofft auf ein Treffen mit dem aktuellen Papst Benedikt XVI., wenn dieser im November in die Türkei reist.

Die Hintergründe für das Attentat auf Papst Johannes Paul II. sind nach wie vor nicht geklärt.

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Quellen