Libyen: Präsident des libyschen Olympia-Komitees entführt

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Veröffentlicht: 19:31, 17. Jul. 2012 (CEST)
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Tripolis (Libyen), 17.07.2012 – Nabil al-Alam, Präsident des libyschen Olympischen Komitees, wurde am Montag entführt. Sein Auto wurde in Libyens Hauptstadt Tripolis von bewaffneten Männern in Uniform gestoppt. Wie lokale Medien berichteten, gaben sich die Männer als Angehörige der Armee aus.

Laut einem Sprecher des libyschen Olympischen Komitees soll al-Alam der uniformierten Gruppe freiwillig gefolgt sein. Er ist seitdem spurlos verschwunden. Der libysche Sportminister Fathi Terbil sagte aus: „Wir verurteilen diese Handlung. Wer immer das getan hat, ist kriminell.“

Arafat Dschuwan, Chef von al-Alams Büro, erklärte: „Neun Bewaffnete, die sich als Armee-Angehörige ausgaben, haben Herrn Alam im Stadtzentrum um etwa 15 Uhr aus seinem Auto gezerrt und an einen unbekannten Ort verschleppt.“ Die Armee und das Innenministerium sollen angeblich nichts von der Entführung wissen.

Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, brachte auf einer Telefonkonferenz in Lausanne seine tiefe Besorgnis über den Fall zum Ausdruck. Das libysche Team, welches aus fünf Athleten besteht, soll bereits in wenigen Tagen zu den Olympischen Sommerspielen 2012 nach London reisen. Bei den Spielen, die am 27. Juli beginnen, werden sie ihr Land in den Disziplinen Judo, Marathon, Gewichtheben und beim Einhundert-Meter-Lauf der Frauen vertreten.

Das libysche Olympische Komitee wurde bis zum Sturz von Muammar al-Gaddafi vor einem Jahr von seinem ältesten Sohn Mohammed geführt. Er soll zusammen mit anderen Familienmitgliedern nach Algerien geflohen sein.

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