Lebensmittelklarheit.de geht online und dann in die Knie

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Veröffentlicht: 22:19, 20. Jul. 2011 (CEST)
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Meat packages in a Roman supermarket.jpg

Berlin (Deutschland), 20.07.2011 – Gerade ins Netz gegangen bricht die Seite „Lebensmittelklarheit.de“ wegen der vielen Anfragen zusammen und ist nicht mehr erreichbar. Bis zu 20.000 Anfragen in der Sekunde waren zu viel für die Seite.

Ute Bitter ist Sprecherin der Verbraucherzentrale Hessen. Von dort wird das Verbraucherportal betreut. Mittwoch war die Seite freigeschaltet worden, begleitet von unerwartet hohem Interesse. Scharenweise wollten sich die Verbraucher informieren. Dies führte dazu, dass die Seite nicht mehr aufgerufen werden konnte oder die Anzeigen mit erheblichen Verzögerungen erschienen.

Klarheit und Wahrheit will die Seite über und bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln schaffen. Informiert wird beispielsweise über Käse, der keine Milch enthält, Erdbeerjoghurt ohne Erdbeeren und Schinkenimitate, bei denen ein Teil des Fleisches durch Stärke-Gel ersetzt ist. Es ist nicht verboten, frische Erdbeeren auf einem Joghurtbecher darzustellen, auch wenn nur ein minimaler Teil an Frucht im Produkt ist und der Geschmack durch zugesetzte Aromen hervorgerufen wird. Es täuscht dem Verbraucher etwas vor. Solche Informationen werden von der Seite vorgehalten. Firmen, deren Produkte auf der Seite gelistet sind, haben die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. Werden Mängel abgestellt, so soll gewährleistet sein, dass die Verbesserung auch den Verbrauchern sichtbar wird.

Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) will durch die Information Klarheit für den interessierten Verbraucher schaffen. Vielleicht wird sich durch die Verfügbarkeit der Information auch bei den Herstellern etwas ändern und die Produktion umgestellt. Die FDP zeigt sich nicht euphorisch über das Projekt. Erik Schweickert, der verbraucherschutzpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, äußerte gegenüber dem Hamburger Abendblatt: „Wir sehen die Umsetzung auch kritisch. Viele Firmen, die sich an die Gesetze halten, könnten trotzdem an den Pranger gestellt werden.“ Christel Happach-Kasan, die ernährungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, kritisierte: „Öffentlich finanzierte Stellen sollten über Hygienemaßnahmen aufklären, statt sich mit irreführenden Produktbezeichnungen zu beschäftigen“.

Das überwältigende Interesse der Verbraucher setzt ein deutliches Zeichen: Die Information ist willkommen, das Angebot wird angenommen.

Der Fraktion der Grünen reicht die reine Information nicht aus. Sie fordert gesetzliche Regelungen zur Kennzeichnung von Lebensmitteln, die beispielsweise vor Dickmachern wie Fetten und Zucker warnt.

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Quellen