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Kritik an Papst nach Äußerung zur Christianisierung

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Artikelstatus: Fertig 15:01, 16. Mai 2007 (CEST)
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Aparecida (Brasilien), 16.05.2007 – Nach der Rede von Papst Benedikt XVI. (bürgerlich: Joseph Alois Ratzinger) bei der lateinamerikanischen Bischofskonferenz in Aparecida in Brasilien, in der dieser behauptet hatte, die Ureinwohner hätten die Christianisierung „still herbeigesehnt“, wurde scharfe Kritik laut. Er meinte auch, die katholische Kirche habe die Ureinwohner erlöst.

Die in Venezuela als Ministerin für indogene Völker tätige Indianerin Nizia Maldonado nannte die lateinamerikanische Kolonisation einen „Völkermord“. Abel Barrera, ein mexikanischer Menschenrechtler, verurteilte die Äußerung als „ethnozentrische, rassistische und wenig respektvolle Sicht der indigenen Kulturen“. Sandro Tuxe, der Koordinator der nördlichen Stämme, zeigte sich ebenfalls empört: „Zu sagen, dass die kulturelle Dezimierung unseres Volkes eine Reinigung darstellt, ist beleidigend und beängstigend.“ Luis Evelis Andrade nannte als Direktor der Organisation der Ureinwohner Kolumbiens die Einführung des Katholizismus einen Mechanismus, durch den Ureinwohner dominiert worden seien. Dies nicht anzuerkennen, sei eine Verschleierung der Geschichte. „Es ist arrogant und respektlos, unser kulturelles Erbe als zweitrangig zu bewerten“, so auch der Leiter der Coiab, eines Stammes am Amazonas, Jecinaldo Satere Mawe.

In Brasilien wurden zwischen 1500 und 2001 beinahe 1.500 Volksgruppen der Indianer vernichtet, so der katholische Indianermissionsrat in Brasilia. Durch die Kolonisation Lateinamerikas, die von der katholischen Kirche unterstützt wurde, starben Millionen Ureinwohner.

Quellen