Kimi Räikkonen gewann im März 2007 den Großen Preis von Australien

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Artikelstatus: Fertig 11:46, 3. Jun. 2007 (CEST)
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Melbourne (Australien), 03.06.2007 – Der Große Preis von Australien symbolisierte erstmals nach 2005 wieder den Startschuss in eine neue Formel-1-Saison.

Im Jahr eins nach Michael Schumacher war der Weltmeistertitel so hart umkämpft wie nie. Zahlreiche starke Fahrer stellten die Phalanx der Titelanwärter, allen voran der Weltmeister des letzten Jahres Fernando Alonso. Seine vermutlich stärksten Konkurrenten sah der Spanier in den beiden Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen und Felipe Massa. Zum erweiterten Kreis derer, die sich Hoffnungen auf den Gesamtsieg machten, zählten unter anderem Giancarlo Fisichella, Nick Heidfeld sowie Lewis Hamilton. Zwischen den genannten Fahrern entflammte spätestens mit dem Aufleuchten der grünen Ampel der heiße Kampf um den Thron, der mit vollster Spannung erwartet werden durfte.

Um 4:00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit war es dann soweit.

Chronologischer Rennverlauf

Noch vor Beginn des eigentlichen Rennens wurde Ferrari-Pilot Felipe Massa, auf Grund eines Motorwechsels nach einem Getriebeschaden in der Qualifikationsrunde, von Rang 16 auf den letzten Rang in der Startaufstellung versetzt.

Einführungsrunde

Erster kleiner Schock für Jarno Trulli und die Toyota-Crew bereits in der Einführungsrunde, als sein Wagen im Heckbereich direkt nach dem Anfahren extrem Rauch entwickelte. Außer ein paar Öltropfen auf der Strecke und einer leicht vernebelten Start-/Zielgerade ist jedoch nichts passiert.

Startphase

Der Start glückte: Alle Wagen kamen unbeschadet durch die gefürchteten ersten beiden Kurven. Heidfeld schob sich an Alonso vorbei und sagte dem Spanier gleich zu Beginn den Kampf an. Ansonsten gab es keine relevanten Positionswechsel. Einzig Massa konnte innerhalb der ersten beiden Runden sechs Plätze gutmachen, der damit eine Aufholjagd vom letzten Platz begann. Sein Teamkollege Kimi Räikkonen gab an der Spitze gleich ein hohes Tempo vor, fuhr schon zu diesem frühen Zeitpunkt fünfmal hintereinander die schnellste Rundenzeit. Seinem Verfolger Nick Heidfeld gelang es aber, Weltmeister Fernando Alonso sehr schnell gute 2,5 Sekunden abzunehmen. Auch Debütant Lewis Hamilton überholte den Spanier. Für die erste aufregende Situation sorgte die Kollision zwischen Adrian Sutil und Anthony Davidson, bei der keinem der Piloten eindeutig die Schuld zugewiesen werden konnte.

Runde 11

Der erste Ausfall der neuen Saison. Es traf wie im letzten Jahr zuerst Christijan Albers. Nachdem er zu spät abgebremst hatte, rutschte der Spyker-Pilot durch die begrünte Nebenfläche der Strecke, bis er mit zirka 50 Kilometern pro Stunde quasi in einem Reifenstapel zum Stehen kam. Dieses unfreiwillige Manöver zog die erste gelbe Flagge nach sich. Ansonsten verlief das Rennen bis zu diesem Zeitpunkt relativ unspektakulär.

Erste Boxenstoppphase

Nick Heidfeld war der erste Pilot aus der Spitzengruppe, der zum Tanken in die „Pit Lane“ fuhr. Sein BMW war also der am geringsten betankte Wagen, wodurch er am Anfang des Rennens Vorteile genoss. Bereits drei Runden später stattete Kimi Räikkonen seiner Crew einen Besuch ab. Damit ging der Neuling Lewis Hamilton in Führung – vor seinem Kollegen Fernando Alonso. Die Doppelführung für die Silberpfeile hatte aber nicht lange Bestand, denn Alonso ließ noch vor seinem Kollegen nachtanken. Nachdem alle Piloten nun in der Boxengasse gewesen waren, war die Situation genauso wie zuvor: Der Finne Kimi Räikkonen lag jetzt schon elf Sekunden vor den beiden McLaren-Wagen. Felipe Massa räumte das Feld weiter von hinten auf, befand sich vor seinem Stopp – er war der letzte, der zum Tanken kam – schon auf Rang neun.

Runde 23

Strafe für den deutschen Debütanten Adrian Sutil – wegen Nichtbeachtung der blauen Flagge. Er musste für zehn Sekunden in der Box stehenbleiben, wodurch er Boden auf die Fahrer vor ihm verlor. Eine erneute Strafe erhielt er dann, als er direkt beim Herausfahren aus der Box nach Absitzen der Strafe die weiße Begrenzungslinie überfuhr. So gelangte er relativ schnell an das Schlusslicht des Fahrerfeldes.

Runde 29 („Halbzeit“)

Scott Speed schied nach einem Unfall aus. Das Fahrerfeld war mehr oder weniger noch immer gleich positioniert: Raikkönen weiter vor Hamilton und Alonso, danach die beiden BMW mit Kubica und Heidfeld. Der Finne hatte zu diesem Zeitpunkt allerdings schon 18 Sekunden Vorsprung, und es sah so aus, als nehme er schon zu diesem Zeitpunkt etwas Gas raus, um den Wagen zu schonen. Aus deutscher Sicht bis dahin ein zufriedenstellendes Rennen, da Nico Rosberg und Ralf Schumacher den achten und siebten Rang einnahmen.

Runde 36

Nico Rosberg zog an Ralf Schumacher vorbei und hätte nun schon zwei WM-Punkte erhalten. Robert Kubica musste in derselben Runde seinen BMW wegen eines technischen Defektes im Getriebe in der Garage abstellen. An der Spitze des Feldes zog Kimi Räikkonen einsam und allein seine Kreise und sah schon jetzt wie der sichere Sieger aus.

Zweite Boxenstoppphase

Kimi Räikkonen kam diesmal als Erster in die Box. Wenige Sekunden nach ihm folgte Nico Rosberg. Bereits eine Runde später stieg die Spannung, als der erste Silberpfeil mit Lewis Hamilton einrollte. Würde der junge Brite die Sensation perfekt machen und vor seinem Teamkollegen Fernando Alonso bleiben? Die Antwort folgte nur zwei Runden später. Währenddessen eine Szene zum Schmunzeln von Lokalmatador Mark Webber. Der Red-Bull-Pilot schaffte das Kunststück, direkt vor der Boxeneinfahrt eine komplette Drehung hinzulegen, um anschließend seelenruhig zum Tanken zu fahren. Das sah schon fast nach Absicht aus. Nun richteten sich alle Augen auf den Stopp von Fernando Alonso. Nach einem schnellen Tankvorgang konnte sich der amtierende Weltmeister vor seinen Teamkollegen schieben und nahm nun die erste Verfolgerposition ein. Ansonsten änderte sich nicht viel an den Positionen. Nur Felipe Massa machte wieder ein paar Plätze gut und lag nun schon auf Rang acht, der zumindest einen WM-Punkt garantiert. Am Schluss des Feldes hielt sich weiterhin Adrian Sutil, der dem Erreichen seines Zieles, das Rennen zu beenden, immer näher rückte.

Runde 48 (zehn Runden vor Schluss)

Spektakulärer Crash zwischen David Coulthard und Alexander Wurz: Der Schotte wollte eine Kurve sehr weit innen nehmen und sich an dem Österreicher Wurz vorbeischieben. Da er zu spät abgebremst hatte, rutschte sein RB03 in die Seite des Williams und wurde durch die Berührung der Reifen ausgehebelt. Quasi quer über seinen Widersacher schießend blieb er anschließend an der gleichen Stelle liegen, wo zuvor Christijan Albers zum Stehen kam. Auch für Alexander Wurz war das Rennen vorzeitig beendet. Er hatte jedoch Glück, dass Coulthards Wagen im Flug nur knapp seinen Kopf und Arme verfehlte.

Schlussphase

Kimi Räikkonen fuhr fünf Runden vor der Zieldurchfahrt mit einem uneinholbaren Vorsprung an der Spitze des Feldes. Hinter ihm befanden sich immer noch die beiden McLaren sowie der einzig übrig gebliebene BMW von Nick Heidfeld. Der Brasilianer Felipe Massa lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang sechs – nur knapp hinter Giancarlo Fisichella. Die beiden Deutschen Ralf Schumacher und Nico Rosberg befanden sich immer noch in den Punkten auf den Plätzen sieben und acht.

Ziel

Wie erwartet siegte Kimi Räikkonen souverän und feierte einen perfekten Einstand bei seinem neuen Arbeitgeber. Ebenso Lewis Hamilton, der den Sprung auf das Podium in seinem ersten Rennen in der Formel 1 schaffte, direkt hinter seinem Teamkollegen Fernando Alonso. Dahinter blieb alles unverändert.

Fazit: Der Start in die Saison 2007 ist geglückt; in mehrfacher Hinsicht. Die Topteams um Ferrari, McLaren und BMW konnten allesamt mit dem Rennwochenende zufrieden sein. Die Scuderia bestätigte ihre Rolle als Favorit auf den Konstrukteurstitel nicht nur durch die Tatsache, dass Kimi Räikkönen souverän zum Sieg fuhr, sondern auch auf Grund der starken Aufholjagd von Felipe Massa, der vom letzten auf den sechsten Rang jagte. Die Führung in der Konstrukteurs-WM konnten die Italiener aber nicht für sich verbuchen, da die beiden McLaren von Fernando Alonso und Lewis Hamilton zweifach hoch punkteten. Letztgenannter überraschte alle. Als Debütant fuhr der junge Brite gleich auf das Podium. Bei BMW, der dritten Kraft der Konstrukteure, durfte man zufrieden mit dem vierten Platz von Nick Heidfeld sein; ein kleiner Wermutstropfen ist das vorzeitige Ausscheiden von Robert Kubica, dessen Getriebe im fünften Gang stecken blieb.

Aus deutscher Sicht war dieses Rennen ein echter Erfolg. Mit Nick Heidfeld (Platz vier), Nico Rosberg (Platz sieben) und Ralf Schumacher (Platz acht) positionierten sich gleich drei Deutsche in den Punkterängen. Debütant Adrian Sutil erreichte sein Ziel, das Rennen zu Ende zu führen. Er wurde zwar letzter; durch die insgesamt fünf Ausfälle war dieser letzte Platz allerdings gleichbedeutend mit dem 17. Platz.

Enttäuschend war für die Honda-Fans wie schon in der Qualifikationsrunde das Abschneiden ihres Teams: Die Fahrer des japanischen Teams, Rubens Barrichello und Jenson Button, landeten auf Platz elf und Platz 15. Bis zum nächsten Rennen in Malaysia ist für die beiden noch viel Aufholarbeit zu leisten.

Ergebnisse des Großen Preis von Australien

1 Kimi Räikkonen Ferrari 1:25:28.770
2 Fernando Alonso McLaren-Mercedes + 7.242
3 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes + 18.595
4 Nick Heidfeld BMW Sauber + 38.763
5 Giancarlo Fisichella Renault + 1:06.469
6 Felipe Massa Ferrari + 1:06.805
7 Nico Rosberg Williams-Toyota + 1 Runde
8 Ralf Schumacher Toyota + 1 Runde
9 Jarno Trulli Toyota + 1 Runde
10 Heikki Kovalainen Renault + 1 Runde
11 Rubens Barrichello Honda + 1 Runde
12 Takuma Sato Super Aguri-Honda + 1 Runde
13 Mark Webber RBR-Renault + 1 Runde
14 Vitantonio Liuzzi STR-Ferrari + 1 Runde
15 Jenson Button Honda + 1 Runde
16 Anthony Davidson Super Aguri-Honda + 2 Runden
17 Adrian Sutil Spyker-Ferrari + 2 Runden
18 Alexander Wurz Williams-Toyota DNF (Unfall)
19 David Coulthard RBR-Renault DNF (Unfall)
20 Robert Kubica BMW Sauber DNF (Defekt)
21 Scott Speed STR-Ferrari DNF (Unfall)
22 Christijan Albers Spyker-Ferrari DNF (Unfall)


Rot hinterlegt: Sieger ||| Grün hinterlegt: Ausgeschiedene Teilnehmer

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Quellen