Juschtschenkos Krankheit war Dioxin-Vergiftung

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Wiktor Juschtschenko

Wien (Österreich), 11.12.2004 – Der ukrainische Politiker und Oppositionsführer Wiktor Juschtschenko (Partei „Unsere Ukraine“) leidet eindeutig an einer Dioxin-Vergiftung. Dies wurde in Österreich bekannt, wo sich der Politiker jüngst bereits zum dritten Mal zu ausführlichen medizinischen Untersuchungen aufgehalten hatte. Daran bestünden nun keine Zweifel mehr, berichten die Medien. Die Ärzte Michael Zimpfer vom AKH Wien und Nikolai Korpan vom Wiener Privatspital Rudolfinerhaus erklärten heute vor der Presse, sie hätten bei Juschtschenko eine Dioxinvergiftung festgestellt. In seinem Blut und Gewebe sei das tausendfache der normalen Konzentration an Dioxin gefunden worden. Im Krankenhaus selbst ist rund um die Affäre der ärztliche Leiter Prim. Univ. Prof. Dr. Lothar Wicke zurückgetreten. Die Krankenakte Juschtschenkos wurde gemäß Berichten österreichischer Medien von den Wiener Ärzten versiegelt und der Staatsanwaltschaft übergeben.

Laut der Nachrichtenagentur Interfax hat der ukrainische Generalstaatsanwalt neue Ermittlungen wegen des „angeblichen Vergiftungsversuchs“ aufgenommen. Erste Ermittlungen waren am 22. Oktober eingestellt worden. Eine medizinische Untersuchung habe gezeigt, dass die Krankheit auf eine Herpes-Infektion zurückzuführen sei.

Der russische Toxikologe Juri Ostapenko vom russischen Gesundheitsministerium zweifelte gegenüber dem Radiosender Echo Moskau die Diagnose an. Dioxin habe keinen unmittelbaren Effekt, Vergiftungen entwickelten sich erst über Jahre und Jahrzehnte. Moskau hatte im Wahlkampf offen den ukrainischen Premierminister Wiktor Janukowytsch unterstützt.

Juschtschenko selbst hat die ukrainischen Behörden wiederholt des Versuchs beschuldigt, ihn vor der ersten Wahlrunde im Oktober zu vergiften.

Die Ärzte der Wiener Klinik gehen davon aus, dass Juschtenko absichtlich vergiftet wurde. Die für die festgestellen Dioxinwerte notwendige Menge hätte relativ einfach in einer Suppe verabreicht werden können. Die Schäden im Verdauungstrakt deuten für die Mediziner darauf hin, dass Juschtschenko das Gift Anfang September über den Mund aufgenommen habe.

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Quellen