Irak: Über 40 Menschen durch koordinierte Bombenanschläge getötet

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Lage des Irak

Bagdad (Irak), 17.08.2005 – Einen Tag nach der Wiederaufnahme der Verhandlungen über den Verfassungsentwurf im Irak haben aufständische Kräfte in einer koordinierten Aktion drei Autobomben an einem zentralen Busbahnhof und einem Krankenhaus gezündet. Dabei kamen mindestens 43 Menschen ums Leben, 76 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Unter den Toten waren auch Polizisten und medizinisches Personal.

Beobachter vermuten hinter dem Anschlag eine der islamistischen sunnitischen Gruppierungen. Ungewöhnlich an dem Anschlag war lediglich die Tatsache, dass keine Selbstmordattentäter beteiligt waren, sondern die Bomben nach Aussagen der Polizei offenbar ferngezündet wurden. Ein Sprecher der US-Armee sagte jedoch, eine der Bomben sei durch den Fahrer eines Wagens gezündet worden. Die ersten beiden Bomben explodierten an dem Busbahnhof, als gerade ein Bus in Richtung Basra losgefahren war. Viele der Insassen wurden durch die Explosion und das dann ausbrechende Feuer getötet. Die dritte Bombe explodierte vor dem „Kindi-Krankenhaus“ genau in dem Moment, als Verwundete der ersten beiden Bombenanschläge in das Krankenhaus gebracht wurden.

Die Gespräche über den Verfassungsentwurf sollen heute wieder aufgenommen werden, nachdem die gesetzte Frist für die Fertigstellung des Entwurfs am Montag ohne Ergebnis abgelaufen war. Das Parlament hatte daraufhin eine Fristverlängerung um eine Woche beschlossen. Militante Kräfte hatten damit gedroht, sie würden die sunnitischen Führer töten, die sich an der Verfassungsdiskussion beteiligen.

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Quellen