Indonesische Regierung und Rebellen unterzeichnen Friedensabkommen für Aceh

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Helsinki (Finnland), 15.08.2005 – Delegationen der indonesischen Regierung und der Achinesischen Befreiungsbewegung (GAM) haben in der finnischen Hauptstadt ein Friedensabkommen für die Provinz Aceh unterzeichnet.

Der ehemalige finnische Präsident Marti Ahtisari, der neben dem indonesischen Justizminister Hamid Awaluddin und Führungsfiguren der GAM bei der Vertragsunterzeichnung anwesend war, bezeichnete den Vertrag als „Beginn einer neuen Ära für Aceh“. Mit dem Friedensvertrag soll ein seit 1976 andauernder Konflikt zwischen der indonesischen Regierung und den Rebellen, die die Unabhängigkeit der Provinz fordern, beendet werden. Bei dem Konflikt kamen mehr als 12.000 Menschen ums Leben.

Die westlichste Provinz Indonesiens ist reich an Öl- und Gasvorkommen. Vorherige Friedensverträge waren gescheitert. Nach dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean im Dezember 2004, von dem die Provinz betroffen war, einigten sich die Vertreter der Regierung und der Rebellen auf die Aufnahme neuer Friedensgespräche.

Das Abkommen sieht vor, dass die GAM entwaffnet wird und eine politische Partei gründet. Die indonesische Armee soll sich schrittweise aus der Provinz zurückziehen. Bei den siebenmonatigen Verhandlungen, die von Martti Athisaari geleitet wurden, einigten sich die Konfliktparteien außerdem auf eine Teilautonomie der Konfliktprovinz sowie auf eine Amnestie für verurteilte Mitglieder der GAM. Die Einhaltung des Abkommens soll von der Europäischen Union und der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (ASEAN) überwacht werden.

In der größten Moschee in Aceh hatten sich tausende Menschen versammelt, um sich eine Fernsehübertragung der Unterzeichnung des Abkommens anzusehen.

Quellen