ISS: Reiter und Williams sechs Stunden im Außeneinsatz

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Artikelstatus: Fertig 20:10, 4. Aug. 2006 (CEST)
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Die ISS im August 2005

Houston (Vereinigte Staaten) / ISS, 04.08.2006 – Am gestrigen Donnerstag, den 3. August haben der US-Amerikaner Jeffrey Williams und sein deutscher Kollege Thomas Reiter einen knapp sechsstündigen „Weltraumspaziergang“ außerhalb der Internationalen Raumstation ISS absolviert. Kommandant Pawel Winogradow blieb zur Unterstützung an Bord zurück.

Nach Anfangsschwierigkeiten – die Außenluke der Luftschleuse hatte sich zunächst nicht öffnen lassen – begann der Außeneinsatz um 14:04 Uhr UTC mit dem Umschalten der Raumanzüge auf Batteriebetrieb. Nach fünf Stunden und 54 Minuten, um 19:58 Uhr UTC, endete der laut NASA „rundum gelungene“ Außeneinsatz.

Erstes Einsatzziel war es, ein Messgerät für elektrisches Potential zu installieren. Mit dessen Hilfe soll die Gefahr elektrischer Entladungen auf die ISS oder Astronauten untersucht werden, die von den Solarzellenpanels der Station ausgehen könnten. Im Anschluss daran befestigten sie zwei Probenbehälter mit Materialien, die auf ihre langfristige Weltraumtauglichkeit hin untersucht werden sollen. Die letzte größere Aufgabe bestand in der Installation einer Wärmebildkamera, um in Zukunft die Hitzekacheln des Spaceshuttles auf Schäden untersuchen zu können, wenn es an die ISS angedockt ist.

Zu den weiteren Arbeiten zählten Wartungen und Reparaturen an verschiedenen Teilen der Station. Die Astronauten waren dem Zeitplan so weit voraus, dass sie noch zusätzliche Arbeiten durchführen konnten und trotzdem 90 Minuten früher als geplant an Bord der ISS zurückkehrten.

Einfach ist die Arbeit außerhalb der ISS nicht. Vor dem Ausstieg mussten die Astronauten 40 Minuten lang reinen Sauerstoff einatmen, um einer Dekompressionserkrankung vorzubeugen. Die Arbeit mit den Handschuhen des etwa acht Millionen Euro teuren Raumanzugs verglich ein NASA-Sprecher damit, „mit Skihandschuhen einen Faden in die Nadel“ einzufädeln. Nach früheren Äußerungen Reiters erfordert es viel Kraft, sich in dem aufgeblasenen Anzug zu bewegen.

Immerhin für das leibliche Wohl war gesorgt: Wasserschlauch und Energieriegel sind in den Helm integriert.

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Quellen