Hurrikan „Rita“ tobt über Texas und Teilen Louisianas

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Artikelstatus: Fertig 20:35, 24. Sep. 2005 (CEST)
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Hurrikan „Rita“ (Radarbild)

Galveston (Vereinigte Staaten), 24.09.2005 – Der Hurrikan „Rita“ traf in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde in der Nähe der texanischen Städte Port Arthur und Beaumont auf die Golfküste der USA. Vereinzelt traf der Sturm mit Windspitzen mit bis zu 335 Kilometern pro Stunde auf die Küste. Der Hurrikan schwächte sich im Laufe des Tages, nachdem er auf Land getroffen war, immer weiter ab und erreicht inzwischen nur noch Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde.

Der Sturm traf um 9.30 Uhr MESZ bei Sabine Pass (Texas) auf das Festland, nahe der Grenze zu Louisiana. Mit dem Sturm kamen sintflutartige Regenfälle im gesamten Gebiet, das der Hurrikan bedeckt. Augenzeugen verglichen das Eintreffen des Sturms mit einer Wasserwand, die über sie hereingebrochen sei. Der Hurrikan, der inzwischen auf die Stufe eins (tropischer Wirbelsturm) herabgestuft worden ist, wird die Küstenregion am Golf von Mexiko noch einige Tage im Griff halten, wie der Wetterdienst mitteilte. Der Direktor des Hurrikan-Zentrums in Miami, Max Mayfield, schätzt die zeitliche Dauer des Sturms auf vier bis fünf Tage. Die Experten erwarten große Schäden, weil der Sturm sich nur langsam vorwärts bewegt und im Grenzgebiet von Texas, Arkansas und Oklahoma einige Tage verweilen wird. Trotz der Abschwächung der Windstärke ist die Gefahr nicht geringer geworden. Nach Ansicht von Experten gehen die größten Gefahren von den Regenfällen aus, die „Rita“ mitbringt. Ein Experte des Wetterdienstes Meteomedia sagte: „Der Wind lässt bald nach, aber die Regenmassen, die dann noch tagelang abregnen, werden verheerende Überschwemmungen anrichten.“

Die größte texanische Stadt Houston wurde nicht wie befürchtet vom Auge des Hurrikan getroffen. Der Sturm veränderte kurz vor seinem Eintreffen an der Küste seine Richtung und traf dann an der Grenze zwischen den beiden Bundesstaaten Texas und Louisiana auf die Küste. Auch Galveston, dessen vollständiger Untergang durch den Sturm prophezeit worden war, blieb vom Schlimmsten verschont.

In Houston, Pasadena und Galveston und mehreren anderen Städten brachen als Folge des Sturms Großfeuer aus, dessen Ursache noch unklar blieb. Mehrere Häuser des historischen Zentrums der Stadt standen in Flammen. Die Löscharbeiten gestalteten sich jedoch schwierig, weil das Wasser der Löschfahrzeuge durch die heftigen Winde in alle Richtungen geweht wurde.

In weiten Landesteilen fiel der Strom aus. Allein in Texas sollen 55.000 Haushalte vom Stromausfall betroffen sein. Einer unmittelbaren Gefahr für Leib und Leben konnten die meisten Menschen jedoch dank der größten Evakuierungsaktion aller Zeiten entrinnen. Der Sturm traf auf fast menschenleere Gebiete. Aus den verheerenden Folgen des Hurrikans „Katrina“ wurden offenbar Konsequenzen gezogen.

Besonders hart getroffen wurde die Stadt Port Arthur (Texas). Ein Augenzeuge berichtete: „Jeder Baum, den man sehen kann, liegt am Boden.“ In der Stadt, die auch ein Zentrum der Erdölproduktion der USA ist, wurden als Vorsichtsmaßnahme zahlreiche Raffinerien geschlossen. Ungefähr 15 Anlagen sollen nicht mehr in Betrieb sein. Nach dem bereits der Hurrikan „Katrina“ die Ölförderung stark getroffen hatte, werden nun weitere Ausfälle befürchtet. Die gesamte Öl- und Gasförderung in der Region ist faktisch ausgefallen.

Durch „Rita“ fallen im Golf von Mexiko nach Schätzungen 1,486 Mio. Barrel Ölproduktion weg. Nach Angaben der zuständigen US-Behörde sind das 99,1 Prozent der Ölförderung. In dieser Region wird etwa ein Viertel der amerikanischen Öl- und Erdgasproduktion erwirtschaftet. 30 Prozent der US-amerikanischen Raffineriekapazitäten produzieren zurzeit nicht. Zehn große Pipelines, die die USA mit Erdöl und Erdgas versorgen, sind ebenfalls stillgelegt. Entsprechend hart wird die US-Wirtschaft durch den Hurrikan getroffen. Nach der Herabstufung des Hurrikans „Rita“ auf die Stufe drei sank jedoch der Preis für Rohöl zunächst um 2,31 US-Dollar auf 64,19 US-Dollar je Barrel (1 Barrel=159 Liter). Einen Tag nach dem Auftreffen des Hurrikans „Katrina“ auf die Golfküste hatte der New Yorker Ölpreis mit 70,85 US-Dollar je Barrel ein Rekordhoch erreicht. Die Preissituation kann sich jedoch wieder ändern, wenn die tatsächlichen durch den Hurrikan „Rita“ angerichteten Schäden genauer beziffert werden können. Über zwanzig Raffinerien liegen auf dem Weg des Hurrikans. Als besonders gefährdet gelten die Raffinerien bei Port Arthur.

Nach ersten Schätzungen der auf die Quantifizierung von Sturmschäden spezialisierten Firma „Eqecat“ ist von Sturmfolgeschäden von neun bis achtzehn Mrd. Dollar auszugehen.

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Quellen