Große Explosion nahe London

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Artikelstatus: Fertig 00:00, 12. Dez. 2005 (CET)
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Das Feuer, aufgenommen von Dunsmore, Bucks - zirka 20 Meilen entfernt.
Satellitenaufnahme
Rauchwolke aus Sicht von St Alban

Hemel Hempstead (Vereinigtes Königreich), 11.12.2005 – Um 07:03 Uhr MEZ ereignete sich in dem Treibstofflager Buncefield Depot in Hemel Hempstead, zirka 40 Kilometer nördlich von London, eine schwere Explosion. Das Benzinlager liegt etwa 15 Kilometer vom Flughafen Luton entfernt. Die Explosion soll noch in 60 Kilometer Entfernung für die Menschen zu spüren gewesen sein. Anwohner sprechen von einem gewaltigen Knall, dem innerhalb 30 Minuten noch vier weitere Explosionen gefolgt seien. BBC meldete zwei weitere Explosionen, geschehen um 07:26 Uhr MEZ und 07:27 Uhr MEZ.

Die Polizeibehörden meldeten, dass es für einen Terroranschlag keine Hinweise gäbe. „Es handelt sich wahrscheinlich um einen Unfall“, so ein Behördenvertreter. Man werde aber in alle Richtungen ermitteln. Eine Sprecherin des Flughafen Luton erklärte, dass der Flugverkehr nicht beeinträchtigt sei, da die Rauchwolke nicht auf einem Flugweg liege. Des weiteren sei ein Flugzeugabsturz auch nicht Grund für die Explosion gewesen. Medien berichteten zunächst, dass über dem Tanklager ein Flugzeug gesehen worden sein soll.

Die Flammen der Explosion schossen, so die BBC, 100 bis 200 Meter in die Höhe. Ein Tankerfahrer, der auch dieses Treibstofflager anfährt, berichtete, dass das Benzindepot insgesamt aus 20 Tanks mit einer Füllmenge von je drei Millionen Gallonen Treibstoff bestehe. Mindestens fünf davon, also 25 Prozent der Lagerkapazität, sollen in Flammen stehen. Es handelt sich um das fünftgrößte Mineralöl-Versorgungsdepot in Großbritannien und um einen wichtigen Knotenpunkt innerhalb des landeseigenen Pipelinenetzes. Es wird gemeinsam von Total, Texaco, BP, Shell und British Pipeline betrieben. Auch der Flughafen London-Heathrow wird von hier aus mitversorgt. Die Behörden warnten die Bevölkerung bereits vor Hamsterkäufen, um einer Benzinverknappung vorzubeugen.

Tagesschau Online zufolge wurden 36 Personen verletzt, zwei von ihnen schwer.

Schäden werden im Umkreis von einer Meile gemeldet. Das in der Nähe liegende „Ramada“ Hotel sei evakuiert worden, nachdem dort Fensterscheiben durch die Explosion geborsten waren. Die Polizei sperrte die in der Nähe verlaufenden Autobahnen M1 und M10.

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Quellen