Gauck, der neue Bundespräsident?

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Veröffentlicht: 20:46, 20. Feb. 2012 (CET)
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Joachim Gauck (2011)

Berlin (Deutschland), 20.02.2012 – Joachim Gauck könnte mit klarer Mehrheit Deutschlands elfter Bundespräsident werden. Die Koalitionsparteien CDU, CSU und FDP sowie die Oppositionsparteien SPD und Die Grünen haben sich am Sonntag auf ihn als Kandidaten geeinigt.

Schon vor zwei Jahren war Joachim Gauck Kandidat von SPD und Grünen für das Bundespräsidentenamt. Erst im dritten Wahlgang scheiterte er an seinem Gegenkandidaten Christian Wulff. Nach dem Rücktritt von Wulff lehnte die CDU Gauck als möglichen Kandidaten zunächst ab. Als die FDP ankündigte, Gauck bei einer Kandidatur zu unterstützen, schwenkte die Union ein. Eine große Krise in der Koalition ist damit abgewendet, eine tiefe Verstimmung bleibt. Über die Motivation von FDP-Chef Philipp Rösler, der für die Unterstützung von Gauck einen Präsidiumbeschluss herbeigeführt hat, wird spekuliert. Wollte er die eigene Schwäche vergessen machen oder sich von der Union nicht alles bieten lassen?

Die Union hatte Persönlichkeiten wie Klaus Töpfer oder Wolfgang Huber als zukünftiges Staatsoberhaupt ins Auge gefasst, auch der Name Petra Roth wurde genannt. Die Politikerin wäre für die Liberalen ein Zeichen Richtung Schwarz-Grün, da sie als Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main einer Koalition von CDU und Grünen vorsteht. Gegen Klaus Töpfer sprach für die Liberalen seine zu grüne Energiepolitik. Nach Umfragen ist Joachim Gauck der ideale Kandidat. Schwarz-Gelb hat im Bundestag nur eine knappe Mehrheit, bis zum 18. März muss ein neuer Bundespräsident gewählt worden sein. Die Partei Die Linke wurde zu den Gesprächen nicht eingeladen. Es ist noch ungewiss, ob und welchen Kandidaten sie gegen Gauck aufstellen wird. Deutlich machte sie lediglich, dass sie Joachim Gauck als zukünftigen Präsidenten ablehnt. Als Grund nennt sie seine Befürwortung des Afghanistankriegs und die Ablehnung der länderübergreifenden Bewegung gegen die Bankenmacht.

Gauck selbst äußerte sich tief bewegt vor der Presse und bat um etwas Geduld, entschuldigte, dass er im Moment „keine große Rede halten könne“.

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