G8-Gipfel: Berlusconi um First Ladys nicht verlegen

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Veröffentlicht: 21:33, 9. Jul. 2009 (CEST)
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Rom (Italien), 08.07.2009 – Während sich ihre Ehegatten in L’Aquila ihren politischen Verhandlungen widmeten, trafen sich die First Ladys der Teilnehmerstaaten zum offiziellen Frauenprogramm in Rom. Da Silvio Berlusconis Noch-Ehefrau inzwischen die Scheidung eingereicht hatte, schickte der italienische Regierungschef die Ministerin für die Gleichstellung der Geschlechter Mara Carfagna und Bildungsministerin Mariastella Gelmini.

Als Berlusconi vor zwei Jahren bei einem Empfang scherzte, „Wenn ich nicht bereits verheiratet wäre, würde ich mit ihnen sofort davonlaufen“, schäumte seine Frau vor Wut, und Berlusconi musste sich öffentlich entschuldigen.

Bildungsministerin Mariastella Gelmini (Mitte) und Umweltministerin Stefania Prestigiacomo mit Staatspräsident Giorgio Napolitano
Archivbild: Presidenza della Repubblica

Carfagna ist eine frühere Miss Italia und ein ehemaliges Fotomodell, das spärlich bekleidet für Kalender und Glamourmagazine posierte. Die Entscheidung Berlusconis, die beiden Ministerinnen mit der Gastgeberrolle für die Ehegatten der anderen Gipfelteilnehmer zu beauftragen, hat Berichten zufolge zu Verstimmungen bei Jugendministerin Giorgia Meloni und Umweltministerin Stefania Prestigiacomo, den beiden anderen jungen Ministerinnen im Kabinett Berlusconis, geführt.

Berlusconis Frau Veronica Lario, eine frühere Schauspielerin, hatte ihren Ehemann verlassen, nachdem Berlusconi dem Wäschemodel Noemi Letizia bei der Feier zu deren 18. Geburtstag in einer Diskothek in Neapel ein Halsband im Wert von mehreren Tausend Euro geschenkt hatte.

Von der Presse wurde Berlusconi auch vorgeworfen, er habe auf Staatskosten Gäste zu Partys in seiner Villa auf Sardinien einfliegen lassen. Bilder von Frauen, die sich bei solchen Gelegenheiten oben ohne sonnten, wurden von einer spanischen Zeitung veröffentlicht. Hinzu kamen Gerüchte, dass für solche Gelegenheiten Callgirls engagiert worden seien. Eines von ihnen will mit Berlusconi in dessen Amtssitz in Rom übernachtet haben.

Hahn im Korb beim „Frauengipfel“: Joachim Sauer

Beim „Frauengipfel“ fehlten auch die Ehefrauen von Frankreichs Staatspräsident, Carla Bruni, und des russischen Präsidenten, Swetlana Medwedewa. Während Brunis spätere Anreise so geplant war, spekulierte die italienische Presse darüber, der russische Präsident habe seine Frau aus Mitgefühl für Berlusconi zuhause gelassen. Der einzige Mann in dieser Runde ist der Ehemann von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Joachim Sauer.

Für US-Präsident Barack Obama hingegen war die Reise zum G8-Gipfel eine Art Familienausflug. Obama wurde auf der Reise nicht nur von seiner Frau Michelle begleitet, sondern auch von den beiden Töchtern Malia und Sasha. Diese wurden bei einem Ausflug in die römische Eisdiele Giolitti von ihrer Großmutter beaufsichtigt.

Am Mittwoch, dem 8. Juli, wurden einige der First Ladys von Papst Benedikt XVI. zu einer Audienz empfangen. Bei dieser Gelegenheit besichtigten sie auch die Gärten des Vatikanstaates.

Quellen