Fußball-WM: Patzer für England, Argentinien schlägt Nigeria knapp

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 09:44, 14. Jun. 2010 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.
Wikinews Südafrika 2010 logo.svg

Johannesburg / Port Elizabeth / Rustenburg (Südafrika), 14.06.2010 – Am zweiten Tag der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika konnte sich Argentinien knapp mit 1:0 gegen Nigeria durchsetzen. England patzte gegen die Vereinigten Staaten und erreichte nur ein 1:1-Unentschieden. Das dritte Spiel des Tages, Südkorea gegen Griechenland, endete mit einem 2:0 für Südkorea. Die von Otto Rehhagel trainierte Mannschaft steht damit beim nächsten Spiel gegen Nigeria bereits mit dem Rücken zur Wand, da ein Sieg im dritten Gruppenspiel gegen die starken Argentinier unwahrscheinlich erscheint.

England – Vereinigte Staaten
1:1 (1:1)

Bereits nach vier Minuten gelang dem englischen Kapitän Steven Gerrard das Führungstor. Nach Vorarbeit der beiden Stürmer Wayne Rooney und Emile Heskey stand es 1:0, ein hoher Sieg der Engländer gegen den Underdog schien möglich. Doch die für den Turniersieg mitfavorisiertem Engländer schaltete zurück und ruhten sich auf dem 1:0 aus. Dafür kam die Strafe in der 40. Minute. Zwar hatten die Nordamerikaner bis zu diesem Zeitpunkt keine wirkliche große Chance, doch als es Mittelfeldspieler Clint Dempsey mit einem Fernschuss probierte, patzte Englands Torhüter Robert Green. An ihm vorbei trudelte der eher harmlos geschossene Ball ins Tor der Engländer. Mit diesem Stand gign das Spiel in die Pause. Unverdient war das glücklich erzielte Tor jedoch nicht. Die US-Boys zeigten jedoch auch nach dem frühen Rückstand keinen Respekt und ein Kopfball von Jozy Altidore war in der 12. Minute nur knapp am Tor vorbeigegangen.

Das Tor bewirkte einen Umschwung im Spiel. Zwar spielten die Engländer nach dem Halbzeitwechsel aktiver nach vorne, doch ein Zuspiel Aaron Lennons in der 49. kam ungünstig und als er in der 52. Minute den Ball zu dem freistehenden Heskey passt, trifft dieser direkt in den fangbereiten US-Torhüter Tim Howard. Howard machte auch eine Chance von Frank Lampard in der 63. Minute zunichte. Die englische Drangphase war dann aber vorbei. DIe Amerikaner erspielten sich noch einige Chancen. So konnte Green in der 64. Minute seinen Fehler zumindest teilweise wiedergutmachen, als er einen Schuss von Altidores reflexartig noch an den Pfosten lenkte. Die Engländer hatten durch Rooney (74.) und Shaun Wright-Phillips (75.) nochmal zwei Chancen, das Spiel doch noch für Albion zu entscheiden, letztlich blieb es jedoch beim 1:1.

„Nach dem 1:1 hatten wir gute Chancen zu gewinnen“, kommentierte Bob Bradley später. Außer den beiden Toren sahen die 38.646 Besucher im Royal Bafokeng Stadium in Rustenburg noch sechs gelbe Karten, je drei für England und die Vereinigten Staaten. Sie hatten lange Staus in Kauf nehmen müssen, weil es durch Überlastung der Zufahrtsstraßen und Unzulänglichkeiten beim Einweisen auf die Parklplätze zu Verzögerungen kam.

Südkorea – Griechenland
2:0 (1:0)

Viele Titel hat der 71-jährige Otto Rehhagel in seiner langen Trainerlaufbahn schon gewonnen, deutsche Meisterschaften, Pokalsiege, schließlich 2004 vollig überraschend die Europameisterschaft mit Griechenland, doch seine erste Teilnahme bei einer Fußball-Weltmeisterschaft begann mit einem Misserfolg. Mit den beiden in der Bundesliga spielenden Stürmen Theofanis Gekas (Berlin) und Angelos Charisteas sowie dem offensiven Linksaußen Georgios Samaras (Celtic Glasgow) war die griechische Aufstellung zwar ausgesprochen offensiv, doch fanden die Griechen gegen Südkorea kein Konzept und unterlagen mit 2:0. Die beiden südkoreanischen Tore im ersten Spiel der Gruppe B erzielten Lee Jung-soo und Park Ji-sung.

Es war ein Fehler des beim 1. FC Nürnberg unter Vertrag stehenden Charisteas im eigenen Strafraum, der das frühe Tor der Südkoreaner einleitete. Und sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff führt erneut ein griechischer Abwehrfehler zum zweiten Tor der Südkoreaner, als ein Ball vom Fuß des griechischen Abwehrspielers Loukas Vyntra abprallt. Den Ball schnappt sich der in Diensten von Manchester United spielende Park, der mit einem flachen Schuss am griechischen Torwart vorbei ins Netz traf. Rehhagel wechselte Charisteas und Karagounis aus. Die beiden eingewechselten Stürmer Dimitrios Salpingidis und Pantelis Kapetanos konnten das griechische Spiel dann auch beleben, sodass Griechenland zwischen der 758. und 80. Minute einige Chancen hatte. Südkorea hatte einige gute Kontermöglichkeiten, doch es blieb beim 2:0 und Griechenland beim zweiten WM-Auftritt – 1994 hatte man sich das erste Mal für die WM qualifiziert – weiterhin ohne Torerfolg.

Das Spiel in Port Elizabeth verfolgten 31.513 Zuschauer.

Vorläufige Tabelle der Gruppe B
Rang Land Tore Punkte
1 Südkorea Südkorea 2:0 3
2 Argentinien Argentinien 1:0 3
3 Nigeria Nigeria 0:1 0
4 Griechenland Griechenland 0:2 0
Argentinien – Nigeria
1:0 (1:0)

Verdient, weil überlegen, jedoch ohne sich anzustrengen, gewann das von Diego Maradona trainierte Team von Argentinien. „Wir haben ein wichtiges Spiel gewonnen und sind auf dem richtigen Weg. Wir können der nächsten Partie gelassen entgegensehen“, kommentierte der frühere Weltmeister das Ergebnis. Das einzige Tor des Spieles fiel bereits in der 6. Minute. Der argentinische Verteidiger Gabriel Heinze drückte einen Eckball mit dem Kopf in die linke obere Ecke des nigerianischen Tores.

Die erste Halbzeit war mitgeprägt von vielen guten Einzelaktion für den beim FC Barcelona spielenden Lionel Messi. Der hatte in der ersten Minute zwei Gegenspieler ausgespielt, gab ab auf den in der englischen Liga seinen Lebensunterhalt verdienenden Carlos Tevez, doch dieser konnte aus der Chance nichts machen. In der vierten Minute ließ er drei Nigerianer aussteigen, passte auf Gonzalo Higuain, der beim spanischen Club Real Madrid kickt. Higuain schoss am Tor vorbei. Nicht einmal drei Minuten später war es wieder eine Aktion von Messi, die Gefahr für das Tor Nigerias brachte. Schlussmann Vincent Enyeama lenkte den von Messi von der Strafraumgrenze abgegebenen Schuss gerade noch über die Latte. Aus der nachfolgenden Ecke ging dann Heinzes mit Wucht geschossenes Tor hervor, das das einzige im Spiel bleiben sollte. Die Argentinier ließen dann die Zugel etwas nach. Messis nächste Chance nach gut einer Viertelstunde war ebensowenig von Erfolg gekrönt, wie Higuains Versuch, der sich wenig später frei vor dem Tor Nigerias befand. Auch Messis Schuss kurz vor der Halbzeitpause wurde vom nigerianischen Schlussmann abgewehrt. Nigeria drang in der ersten Halbzeit nur wenig in die argentinische Spielfeldhälfte vor. Einzig Chinedu Obasi, der für Bundesligist Hoffenheim spielt, kam zweimal von der linken Seite aus zum Schuss auf das Tor. Beide Versuche gingen jedoch deutlich am Tor vorbei.

In der zweiten Abstand spielte Argentinien gekonnt Defensiv und beschränkte sich auf′s Kontern. In Minute 65 schoss Messi knapp am Tor vorbei, eine Minute später wurde nach einer weiteren Messi-Vorlage Higuains Versuch vom Torhüter vereitelt. Sieben Minuten vor dem regulären Spielende hatte der Nigerianer Kalu Uche die größe Chance zum Ausgleich, traf jedoch nicht. Die letzte Torchance des Spieles gehörte erneut Messi, doch auch diese konnte er nicht verwerten.

Im mit 55.686 Zuschauern ausverkauften Stadion im Ellis Park Johannesburgs verfolgten die Zuschauer ein sehenswertes Fußballspiel. Die gelben Karten für Gutierrez und Haruna waren gleichmäßig zwischen beiden Mannschaften aufgeteilt, rote Karten gab es nicht.

Kritik am Vuvuzela-Lärm

Unterdessen haben ARD und ZDF ihre Unzufriedenheit mit dem Lärm durch die Vuvuzela-Trompten deutlich gemacht. Viele Zuschauer seien verärgert, teilten die Fernsehanstalten der Produktionsfirma HBS mit. Nach Auskünften der ARD versucht man mit technischen Maßnahmen die von den Zuschauern als störend empfundenen Klänge zu dämpfen. So würden die Reporter mit speziellen Mikrophonen ausgestattet und die Außenmikrophone würden „aufs Nötigste herunter“ gedämpft. In den Fernsehgeräten ist der Vuvuzela-Lärm deshalb in Art der Lautstärke mit dem Summen der Bienen in einem Bienenstock zu vergleichen.

Quellen