Frankreich: FN überholt UMP und Sozialisten in Umfrage

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Veröffentlicht: 20:44, 6. Mär. 2011 (CET)
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Marine Le Pen (FN)

Paris (Frankreich), 06.03.2011 – In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Harris Interactive für die Tageszeitung Le Parisien hat Marine Le Pen (Foto) vom rechtsextremen Front National mit 23 Prozent die potentielle Kandidatin der Sozialisten, Martine Aubry, und den derzeitigen Präsidenten der Republik, Nicolas Sarkozy von der UMP, auf die Plätze verwiesen, die auf je 21 Prozent gekommen sind. Nach dieser Umfrage und in diesem Szenario (es ist noch nicht klar, ob Aubry für die Sozialisten kandidiert) ist eine Wiederholung der Situation von 2002 zu erwarten, in der der Vater von Marine Le Pen, der FN-Gründer Jean-Marie, in der Stichwahl gegen Jaques Chirac zur Wahl stand, nachdem der Sozialist Lionel Jospin auf dem dritten Platz landete.

Es sind für den Fall einer Aubry-Kandidatur also zwei Szenarien für die Stichwahl 2012 denkbar: Le Pen vs. Sarkozy, womit Sarkozy eine zweite Amtszeit sicher wäre, oder Le Pen vs. Aubry, wobei nicht klar ist, für welche Seite sich die UMP-Anhänger mehrheitlich entscheiden würden, wobei aber dennoch insgesamt ein Sieg Aubrys am wahrscheinlichsten wäre. Eine andere Umfrage vom 24. Februar 2011, die von dem Szenario einer Kandidatur von Dominique Strauss-Kahn für die Sozialisten ausging, sieht Le Pen dagegen auf dem dritten Platz, weshalb eine Stichwahl zwischen Sarkozy und Strauss-Kahn anstünde. In diesem Fall würden die FN-Anhänger wahrscheinlich nahezu geschlossen für Sarkozy stimmen, der sich in letzter Zeit verstärkt zu bemühen scheint, diese Klientel für sich zu gewinnen, indem er einen Diskurs über die Identität der Nation und ihr Verhältnis zum Islam angestoßen hat.

Da eine Stichwahl zwischen konservativ und rechtsextrem wie 2002 für den linken Teil des politischen Spektrums der absolute Alptraum wäre, kann davon ausgegangen werden, dass die Harris-Umfrage den Vorwahl-Kandidaten Strauss-Kahn stärkt. Die Sozialisten wollen nach amerikanischem Vorbild einen Entscheid der Mitglieder und Sympathisanten darüber durchführen, wer ihr Kandidat für den Posten des Präsidenten der Republik sein soll. Während auf der rechten Seite Le Pen und Sarkozy um die Wählergunst konkurrieren, treten auf linker Seite zusätzlich noch die Grünen und diverse Linksparteien mit eigenen Kandidaten auf.

Quellen