Führungswechsel in Japan: Abe zum Premierminister gewählt

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Artikelstatus: Fertig 13:41, 26. Sep. 2006 (CEST)
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Shinzō Abe, der neue Premierminister Japans

Tōkyō (Japan), 26.09.2006 – Shinzō Abe wurde heute von den beiden Kammern des japanischen Parlaments zum neuen Premierminister Japans gewählt. Damit löste er seinen Parteifreund und Mentor Junichirō Koizumi von der Liberaldemokratischen Partei (LDP) ab.

Von den 476 Delegierten im Abgeordnetenhaus stimmten 339 für Abe, im Oberhaus erhielt er 136 von 240 Stimmen. Damit trat Abe auch in diesem Amt die Nachfolge Koizumis an. Am vergangenen Mittwoch, den 20. September hatte ihn die LDP bereits mit 464 von 703 Stimmen zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt.

Es wird erwartet, dass Abe die wirtschaftliche Reformpolitik Koizumis fortführt. Mehr als Koizumi möchte er aber Japan international mehr Bedeutung verleihen und die japanische Verfassung ändern, die bisher eine strenge Verpflichtung zum Pazifismus enthält. Gegenüber Nordkorea wird ein härterer Kurs erwartet, China hingegen will er sich annähern. Allgemein gilt er als konservativer als Koizumi.

Zur Person: Shinzō Abe

Abe wurde 1954 geboren. Er ist damit der erste Premierminister Japans, der nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurde, und mit 52 Jahren der jüngste der Nachkriegsgeschichte.

Er entstammt aus einer Politikerfamilie – sein Großvater war Premierminister, sein Vater Shintarō Abe Außenminister – gilt aber als politisch unerfahren.

1982 wurde er Assistent seines Vaters. Erstmals zog er 1993 ins Abgeordnetenhaus ein. Ab 2000 arbeitete er für die Kabinette der Regierungen Mori und Koizumi. 2003 bis 2004 war er dann Generalsekretär der LDP, seit 2005 war er Kabinettssekretär.

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Quellen