Expertise: Delmenhorster Hotel nur 1,33 Millionen Euro wert

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Artikelstatus: Fertig 20:19, 29. Aug. 2006 (CEST)
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Delmenhorst (Niedersachsen), 29.08.2006 – Heute wurden die Ergebnisse einer Expertise über das „Hotel am Stadtpark“ im Stadtzentrum der niedersächsischen Stadt an der Delme bekannt, die die niedersächsische Katasterverwaltung im Auftrag der Stadtverwaltung erstellt hat. Darin wird der Verkehrswert der Immobilie, für die sich der rechtsextreme Anwalt Jürgen Rieger interessiert, auf 1,33 Millionen Euro geschätzt.

Hotel am Stadtpark, Delmenhorst

Das Gutachten soll Grundlage der Verhandlungen zwischen der Stadt Delmenhorst und dem Hotelbesitzer Günter Mergel sein, der für das Hotel 3,4 Millionen Euro haben will. Diese Summe ist jedenfalls der Anwalt Rieger bereit zu zahlen, der das Objekt für Schulungszwecke rechtsextremer politischer Gruppierungen und Parteien, möglicherweise auch für Veranstaltungen wie NPD-Parteitage, erwerben möchte. Die Stadt kann bei ihrem Kaufangebot nicht über den Verkehrswert der Immobilie hinausgehen, wie jetzt in dem Gutachten festgestellt worden ist. Daher bedauerte die Bürgerinitiative den geringen Verkehrswert des Hotels. Der Differenzbetrag zwischen dem Verkehrswert des Hotels und der Forderung des Hotelbesitzers von 3,4 Millionen Euro muss nun durch Spenden aufgebracht werden. Hotelbesitzer Mergel äußerte gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd), er könne „aus zwingenden Gründen“ nicht unter die Forderung von 3,4 Millionen gehen. Eine Bürgerinitiative hat eine Geldsammlung in die Wege geleitet, um die für den Kauf benötigte Summe aufzubringen. Wie der Oberbürgermeister betonte, ist die Stadt allein nicht in der Lage, das Geld für den Kauf aufzubringen. Auf das Treuhandkonto der Bürgerinitiative sind bisher 860.000 Euro eingezahlt worden.

Dem Evangelischen Pressedienst zufolge hat der Hotelbesitzer Mergel inzwischen auch einen Makler aus Rastede damit beauftragt, weitere Interessenten für das Gebäude zu suchen. Das Hotel soll jetzt auch im Internet für einen Kaufpreis von 3,4 Millionen Euro angeboten werden.

Oberbürgermeister Carsten Schwettmann (CDU) ist nach wie vor optimistisch, dass es gelingen kann, mit dem Hotelbesitzer eine „gütliche Einigung“ zu erzielen. Die Stadt will das Gebäude erwerben, um zu verhindern, dass die Immobilie in die Hände der rechtsextremen Wilhelm-Tietjen-Stiftung gelangt. An verschiedenen Aktionen zur Verhinderung einer „rechten Kaderschmiede“ in der Stadt hatten sich viele Delmenhorster mit Unterschriftenaktionen und Demonstrationen beteiligt.

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Quellen