Erpresser vergiftet Lebensmittel

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Veröffentlicht: 11:45, 1. Okt. 2017 (CEST)
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Ethylenglykol (Archivbild)

Friedrichshafen (Deutschland), 30.09.2017 – Ein Unbekannter forderte von verschiedenen Supermärkten der Ketten Aldi, Rossmann, Lidl, DM, Müller, Edeka, Norma und Rewe in Friedrichshafen einen „niedrigen“ zweistelligen Betrag in Millionenhöhe, sonst droht er damit, bundesweit Lebensmittel zu vergiften, dazu zählt auch Babynahrung. Er drohte in einer E-Mail an die Polizei, den Verbraucherschutz und den betroffenen Supermärkten damit, bis Samstag 20 vergiftete Produkte in mehreren Geschäften in Umlauf zu bringen, wenn bis dahin die Summe nicht übergeben worden sei.

Um den 55 Jahre alten Täter zu schnappen, wurde eine Sonderkommission namens „Apfel“ gebildet, sie umfasst 220 Beamte. Die Sonderkommission fahndet nach dem Mann neben Deutschland auch in den beiden südlichen Nachbarländern Österreich und Schweiz.

Mehreren Mitteilungen zufolge wurde ein „dringend tatverdächtiger“ Mann am Freitag in Ofterdingen im Kreis Tübingen nach einer Kontrolle festgenommen. Die Staatsanwaltschaft möchte noch am Samstag einen Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Erpresser beantragen und ihn dem Haftrichter vorführen. Weiterhin ruft die Polizei dazu auf „wachsam zu sein“. Es stehe noch nicht fest, ob der Mann weitere vergiftete Lebensmittel in Drogerien und Supermärkten in Umlauf gebracht hat. Kunden sollen darauf achten, dass Verpackungen nicht beschädigt seien und beim Öffnen des Produkts auf das typische „Knacken“ zu hören sei. Sollte dies nicht zutreffen, solle gegebenenfalls der Einzelhändler informiert werden.

Die betroffene Babynahrung wurde mit dem Gift Ethylenglykol manipuliert. Ab einer Menge von 30 Millilitern kann die Flüssigkeit gesundheitsschädlich für Erwachsene sein. Jedoch können Betroffene medizinisch behandelt werden, sodass die Vergiftung nicht zwingend tödlich verlaufen muss.


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Quellen[Bearbeiten]