Erneut ausländischer Berichterstatter im Sudan verhaftet

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Artikelstatus: Fertig 21:53, 27. Aug. 2006 (CEST)
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Khartum (Sudan), 27.08.2006 – Erneut wurde in der Krisenregion Darfur im Westen des Sudans ein ausländischer Berichterstatter verhaftet und der „illegalen Einreise, Spionage und Verbreitung falscher Nachrichten“ beschuldigt. Paul Salopek, zweifacher Pulitzer-Preisträger und Afrikakorrespondent, der Chicago Tribune, hatte bereits mehrfach über die verschiedenen Konflikte im Sudan berichtet und hielt sich nun in Darfur auf, um eine Reportage über die Sahelzone für National Geographic zu schreiben.

Am 6. August waren Paul Salopek sowie seine zwei Begleiter aus dem benachbarten Tschad – Fahrer und Übersetzer – festgenommen und ins Gefängnis gebracht worden. Drei Wochen später wurden nun die Anschuldigungen offiziell bekanntgegeben. Am 10. September sollen Salopek und die beiden Tschader in Al-Fashir im Bundesstaat Shamal Darfur vor Gericht kommen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen mehrere Jahre Haft.

Der Gouverneur von Shamal Darfur soll Salopek in den Medien als „Kriminellen“ bezeichnet haben, weswegen dessen Verteidiger, Omer Hassan, Zweifel an der zu erwartenden Fairness des Verfahrens angemeldet hat. Der vorsitzende Richter in dem Fall hatte zudem am 14. August wegen genau derselben Vorwürfe den slowenischen Friedensaktivisten Tomo Križnar zu zwei Jahren Haft und einer Geldbuße von umgerechnet 2.400 US-Dollar verurteilt.

Zu seiner Frau hatte Paul Salopek letztmals am 5. August Kontakt gehabt. National Geographic wurde besorgt, als Salopek sich am 17. August nicht wie vereinbart meldete.

Sowohl National Geographic als auch Chicago Tribune fordern die Freilassung Salopeks. Eine Delegation des US-Kongresses besuchte Salopek.

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Quellen