Die Pleite der Drogeriekette Schlecker

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Veröffentlicht: 11:45, 21. Jan. 2012 (CET)
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Schleckerzentrale

Ehingen (Donau) (Deutschland), 21.01.2012 – Seit Freitag steht fest: Der Drogerieriese Schlecker wird Insolvenz anmelden. Nach stürmischem Wachstum mit ständigen Neueröffnungen von Filialen im In- und Ausland steht das Unternehmen vor dem Aus.

Abwärts ging es schon geraume Zeit. Bei den Konkurrenten dm, Müller und Rossmann stieg der Umsatz, auch die Lebensmittel-Discounter machten Schlecker das Leben schwer. Anton Schlecker hatte das Unternehmen aufgebaut. Bald stand sein Name für Schikane von Mitarbeitern und Dumpinglöhne. Das Image der Marke war ruiniert, Kunden wendeten sich ab.

Die Expansion und Marktmacht hatte es dem Unternehmen erlaubt, immer neue Märkte zu eröffnen. Finanziert wurden diese mit langen Zahlungszielen, die man den Lieferanten abtrotzte.

Als am Freitag eine Zwischenfinanzierung nicht mehr gesichert werden konnte, ging ein Fax von der Firmenleitung in Ehingen an die Filialleitungen. Darin wurde über die Insolvenz informiert. Die 30.000 Mitarbeiter erfuhren von den Vorgängen meist erst aus der Presse. Das Unternehmen hatte schon länger Schlagseite. Rettung sollte durch die Schließung hunderter Filialen erfolgen. Jetzt geht es um die ganze Firma.

Eine Plan-Insolvenz soll die Rettung bringen, sagte ein Firmensprecher. Der Eigentümer, das Management macht weiter, unterstützt durch einem erfahrenen Sanierer. Den soll es schon geben. Die Insolvenz soll einen Neustart ermöglichen. Die Bundesanstalt für Arbeit wird wohl die Gehälter für drei Monate zahlen, Verträge können außerplanmäßig gekündigt werden. Finanzielle Zugeständnisse der Familie Schlecker, von Mitarbeitern und Gläubigern werden erforderlich sein.


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Quellen[Bearbeiten]