Das verbotene Referendum zur Unabhängigkeit Kataloniens

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 14:15, 1. Okt. 2017 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.
Carles Puigdemont i Casamajó (Archivbild)
Das verbotene Referendum zur Unabhängigkeit Kataloniens
Diesmal geht es um Demokratie
Das verbotene Referendum zur Unabhängigkeit Kataloniens

– Pep Guardiola

Barcelona (Spanien), 01.10.2017 – Am Sonntag um neun Uhr hat das vom spanischen Verfassungsgericht untersagte Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens begonnen. Katalonien will mit dieser Volksabstimmung ein eigenständiger Staat werden. Tausende Separatisten wollen ihre Stimme abgeben und strömen zu den Wahllokalen. Fünf Millionen wären wahlberechtigt, wenn es um die Frage geht: "Wollen Sie, dass Katalonien ein unabhängiger Staat in Form einer Republik ist?"

Die Zentralregierung in Madrid ist gegen die Abspaltung. Das spanische Verfassungsgericht hat die Abstimmung verboten. Die Richter begründen die Entscheidung mit der gesetzlich verankerten Unteilbarkeit des spanischen Staates. Präsident Rajoy entsandte 26.000 Polizisten nach Katalonien. Die örtlichen Polizeieinheiten hatten dem Befehl, die Wahllokale abzuriegeln, keine Folge geleistet. 2315 Wahllokale gibt es. Bis 20 Uhr bestünde dort die Möglichkeit, seine Stimme abzugeben. Bei einem Teil der Wahllokale sind Einheiten der aus Madrid entsandten Polizei aufgezogen, zum Teil wird energisch gegen Personen vorgegangen, die ihre Stimme abgeben wollen. Zwischenzeitlich wurden Wahlurnen beschlagnahmt.

Am Samstag hatten in ganz Spanien Gegner der Abspaltung wie auch Befürworter demonstiert. Vor dem Madrider Rathaus waren es tausende, die gegen eine Abstimmung sind. Sie skandierten: "Separatisten, Terroristen!" und "Viva España!" Sie forderten die Festnahme von Carles Puigdemont i Casamajó, katalanischer Ministerpräsident, und Mitgliedern der Partit Demòcrata Europeu Català (PDC).

Das Auswärtige Amt hat eine Warnung ausgesprochen. Touristen in der Region sollten insbesondere dieses Wochenende Menschenansammlungen meiden.


Wikinews commentary.svg     Kommentar hinzufügen


Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]