Das Geschäft mit den Flüchtlingen in Italien

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Veröffentlicht: 17:54, 27. Jun. 2017 (CEST)
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Das Schengener Abkommen, Stand 16. November 2014

Rom (Italien), 27.06.2017 – Vor einiger Zeit hatte die italienische Polizei nach langen Ermittlungen einen Millionenbetrug um ein Flüchtlingszentrum in Crotone aufgedeckt und 68 Personen verhaftet. Der Mafiaorganisation 'Ndrangheta sollen 36 Millionen Euro zugeflossen sein. Offiziell versucht Italien seit einem Monat durch Wiedereinführung der Reisepass-Pflicht die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Das ist eine Maßnahme, die nach dem Schengener Abkommen möglich ist.

Doch das Geschäft mit den Flüchtlingen aus Afrika boomt weiter. Schlepperorganisationen verdienen daran. Oft werden gefälschte Dokumente vorgelegt, um das langwierige Asylverfahren zu umgehen und kurzfristig einen rechtmäßigen Status zum Aufenthalt in Europa zu bekommen. Italienische Behörden verschoben offenbar das Problem, indem sie den angekommenen Flüchtlingen Aufenthaltsgenehmigungen für bis zu fünf Jahren ausstellten und sie mit Reisegeld versorgten, so dass diese unkontrolliert durch Europa wandern konnten. Dies widerspricht aber den europäischen Vereinbarungen, wonach das Aufnahmeland zunächst selbst das Asylverfahren durchführen soll. Immer wieder tauchen Einzelfälle auf, die ein System des Betruges aufdecken. In Mailand gaben sich Mitglieder einer kriminellen Bande als Behördenmitarbeiter aus.

Aktuell ist der Aufenthalt in Italien für Nichteuropäer auf 90 Tage beschränkt, jedoch können mehrere Genehmigungen gesammelt werden und erlauben einen Aufenthalt im Schengenraum für bis zu 180 Tagen.

Internationale Organisationen wie die UN schätzen, dass in den Schmuggler-Netzwerken jedes Jahr mehrere Milliarden Euro umgesetzt werden. Für die illegale Einreise kassieren die Helfer mehrere tausend Euro pro Person. Nur ein kleiner Teil sucht tatsächlich Asyl - die meisten verschwinden in illegalen Netzwerken.

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Quellen[Bearbeiten]