Daimler meldet dramatischen Gewinneinbruch

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Veröffentlicht: 14:56, 18. Feb. 2009 (CET)
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Dieter Zetsche (2007)

Stuttgart (Deutschland), 18.02.2009 – Der Gewinn des Automobilkonzerns Daimler sank vor Steuern von 8,7 Milliarden Euro im Jahr 2007 auf 2,7 Milliarden Euro 2008. Nach Abzug der Steuern bleibt ein Gewinn von 1,4 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. Dieter Zetsche, der Vorstandsvorsitzende von Daimler macht zwei Faktoren für den Gewinneinbruch verantwortlich. Erstens die Verluste aus dem Verkauf der abgestoßenen Daimler-Tochter Chrysler sowie zweitens die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise. Nach einem geschäftlich erfolgreichen ersten Halbjahr folgte im Herbst der Einbruch der Nachfrage im Automobilsektor: Zetsche wörtlich: „Lehman Brothers kollabierte – und der Finanzsektor implodierte. Die Folgen trafen die Realwirtschaft - und damit die Automobilmärkte - mit voller Wucht.“

Allein der Ausstieg aus der Chrysler-Beteiligung kostete den Konzern 3,2 Milliarden Euro. Verluste im operativen Geschäft verzeichnete insbesondere die PKW-Sparte. Der operative Gewinn in diesem einst besonders profitablen Geschäftszweig brach um die Hälfte ein. Die Umsatzrendite im PKW-Sektor sank von 9,1 Prozent auf 4,4 Prozent. Ein Umsatzplus in Höhe von 35 Prozent verbuchte hingegen der Kleinwagen „Smart“. Daimler Trucks und der Verkauf von Bussen der Marke Daimler entwickelten sich jedoch weiterhin positiv. Insgesamt rechnet der Konzern in allen Fahrzeugsparten mit einer weiter sinkenden Nachfrage. Die Nachfrage nach Neuwagen soll um 10 Prozent sinken, im Nutzfahrzeugsektor gehen die Daimler-Planer sogar von einem Einbruch der Nachfrage um rund ein Drittel aus.

Den Nachfrageeinbruch im Automobilsektor beantwortete die Konzernführung mit Kurzarbeit. Gegenwärtig arbeiten 50.000 Beschäftigte des Konzerns kurz. Zetsche sieht zurzeit noch kein Ende der Absatzkrise. Bereits für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres werden rote Zahlen erwartet.

Nun soll gespart werden. Die geplanten Maßnahmen sollen sich auf mehrere Milliarden Euro belaufen. An Stellenstreichungen ist gegenwärtig aber nicht gedacht. Die Abgänge von Arbeitskräften durch die natürliche Fluktuation sollen durch Einspareffekte genutzt werden. Außerdem soll die Zahl von Leiharbeitskräften verringert werden. Neben dem Verzicht auf Gehaltserhöhungen für die Führungsriege des Konzerns sollen weitere Einsparungen durch Umstellungen der Produktion und den Abbau von Lagerbeständen erzielt werden. Die Kurzarbeit soll über den März 2009 hinaus verlängert werden.

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Quellen