Bundeswehr-Tornados heute offiziell dem ISAF-Kommando unterstellt

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Artikelstatus: Fertig 21:47, 9. Apr. 2007 (CEST)
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Tornado-Kampfflugzeug

Potsdam (Deutschland) / Masar-e Scharif (Afghanistan), 09.04.2007 – Wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam am Montag mitteilte, wurden die aufgrund eines Bundestagsbeschlusses vom 9. März 2007 nach Afghanistan entsandten Tornado-Kampfflugzeuge heute dem ISAF-Kommando offiziell unterstellt. Sie waren am Donnerstag, dem 5. April, an ihrem jetzigen Standort, Masar-e Scharif, eingetroffen.

Aufgabe der sechs von der NATO angeforderten Militärmaschinen der deutschen Bundesluftwaffe ist die Aufklärung von Talibanstellungen in Afghanistan sowie die Überwachung des Grenzgebietes zu Pakistan. Die Maschinen gehören zum Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ aus Jagel in Schleswig-Holstein. Das Bundestagsmandat erlaubt einen Einsatz der Flugzeuge bis zum 13. Oktober 2007. Bis zu 500 Soldaten können außerdem zur Luftaufklärung eingesetzt werden.

Im Gegensatz zu der Mehrheit des Bundestages, die einen entsprechenden Einsatzbeschluss fasste, hält nach wie vor eine Mehrheit von 63 Prozent der Deutschen an ihrer Ablehnung des Tornadoeinsatzes fest. Das geht aus dem „ARD-Deutschlandtrend“ für den Monat April hervor. Danach vertreten die Befragten ebenfalls die Auffassung, die Bundeswehr solle sich nicht an Einsätzen gegen die Taliban beteiligen, sondern sich lediglich Aufgaben im Rahmen des Wiederaufbaus des Landes widmen. Die Gegnerschaft gegen die Tornado-Einsätze der Bundeswehr in Afghanistan war auch zentrales Thema bei den Ostermärschen der Friedensbewegung an diesem Wochenende, die in mehr als 80 Städten stattfanden und an denen mehrere zehntausend Menschen teilnahmen. Manfred Stenner, Geschäftsführer des Friedensnetzwerkes, sagte: „Der entgegen einer Dreiviertelmehrheit der Bevölkerung gefasste Beschluss bedeutet die unmittelbare Beteiligung an Bombardements, die mit großer Sicherheit auch viele zivile Opfer fordern werden.“

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Quellen