Brasilianer stimmen gegen Waffenverbot

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Artikelstatus: Fertig 22:50, 24. Okt. 2005 (CEST)
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Rio de Janeiro (Brasilien), 24.10.2005 – In einem Referendum sprachen sich gestern überraschend 64 Prozent der brasilianischen Bevölkerung gegen ein Verbot von Waffenverkäufen in ihrem Land aus. Nur 36 Prozent der circa 120 Millionen Teilnehmer des Referendums stimmten für ein solches Verbot. Alle Bürger zwischen 18 und 70 Jahren waren verpflichtet, an dem Volksentscheid teilzunehmen. Auch 16- und 17-jährige Jugendliche waren stimmberechtigt.

Jährlich sterben fast 40.000 Menschen in Brasilien durch den Einsatz von Schusswaffen, durchschnittlich alle 15 Minuten wird ein Mensch ermordet. Damit fallen weltweit nur in Venezuela mehr Menschen dem Gebrauch von Schusswaffen zum Opfer.

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, Bürgerrechtler und die katholische Kirche hatten in der Vergangenheit vermehrt für ein Waffenverbot geworben und damit die Initiative der Organisation „Viva Rio“ unterstützt. Noch vor einiger Zeit ergaben Umfragen, dass fast 80 Prozent der Brasilianer ein Waffenverbot befürworteten. Waffenhersteller schafften es jedoch, durch ihr Argument, ein Verbot nütze hauptsächlich Kriminellen, die Stimmung in den letzten Wochen kippen zu lassen. Die brasilianische Polizei hat den Ruf, korrupt zu sein und ineffizient zu arbeiten. Dies führt dazu, dass sich viele Menschen ohne Waffen schutzlos fühlen.

Antonio Rangel, der Koordinatior der Initiative „Viva Rio“, bewertete das Ergebnis des Volksentscheids als Protest gegen die brasilianische Sicherheitspolitik und die Regierung Luiz Inácio Lula da Silvas. Da Silva sieht sich seit einigen Monaten immer wieder massiven Korruptionsvorwürfen ausgesetzt.

Die US-amerikanische Waffenlobby hingegen sprach bezüglich des Ausgangs des Referendums von einem „Sieg für die Freiheit“.

Quellen