Bonner Mordkommission fahndete nach vermisstem Ehepaar – Ehefrau meldete sich bei Verwandten

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Veröffentlicht: 22:28, 8. Sep. 2008 (CEST)
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Bonn (Deutschland), 08.09.2008 – Am Montag, den 1. September 2008, gegen 20:30 Uhr, wurden eine 33-jährige Bonnerin und der von ihr getrennt lebende 45-jährige Ehemann durch Familienangehörige bei der Bonner Polizei als vermisst gemeldet. Die Hintergründe ihres Verschwindens waren zunächst völlig unklar. Hinweise auf einen möglichen Aufenthaltsort lagen nicht vor. Zuerst übernahm das zuständige Kriminalkommissariat 11 die weitere Bearbeitung, veranlasste umgehend eine überregionale Fahndung nach den beiden Vermissten und führte zahlreiche Befragungen und weitere intensive Recherchen im Umfeld des Ehepaares durch.

Durch weitere Ermittlungen und Vernehmungen kamen die Ermittler zu dem Ergebnis, dass der Ehemann seine Frau möglicherweise getötet haben könnte. Daher wurde am Mittwoch, den 3. September mittags eine Mordkommission unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Michael Brück eingerichtet. Sie sollte die weiteren Ermittlungen in enger Abstimmung mit dem zuständigen Staatsanwalt Jörg Schindler führen. Die Bonner Mordkommission veröffentlichte daraufhin mit richterlichem Beschluss Fotos der 33-jährigen Olga S. und des 45-jährigen Josef P. und bat um Hinweise aus der Bevölkerung.

Die Beamten der Bonner Mordkommission gingen zunächst davon aus, dass das Ehepaar am Montagmorgen, gegen 8:30 Uhr, mit dem Auto Mercedes Vito die Wohnanschrift der 33-Jährigen in Bonn-Buschdorf verlassen hat. Die Fahrt sei vermutlich in die Vulkaneifel gegangen. Im Rahmen der Recherchen verdichteten sich die Hinweise, dass sich die Vermissten am Montagvormittag im Bereich um Mayen, aufgehalten haben könnten. Mögliche Anlaufstellen oder Kontakte dort waren den Ermittlern zunächst nicht bekannt. Der Mercedes Vito wurde daraufhin am Dienstag, den 2. September in Köln-Niehl sichergestellt. Nach dem damaligen Ermittlungsstand stand das Auto mindestens seit Montagabend, den 1. September gegen 20:00 Uhr dort auf dem Parkplatz des OBI-Baumarktes an der Niehler Straße.

Staatsanwalt Jörg Schindler hatte eine Öffentlichkeitsfahndung in Gang gesetzt. Dazu nannte er Daten zu dem Auto der Vermissten und ließ ein Foto des Wagens veröffentlichen, um so weitere Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten.

Sechs Tage nach dem Verschwinden des Ehepaares tauchte die 33-jährige Ehefrau gestern wieder bei Verwandten auf. In einer ersten Vernehmung sagte sie aus, die letzten Tage mit ihrem Mann verbracht zu haben. Wie Oberstaatsanwalt Robin Faßbender mitteilte, habe „den bisherigen Aussagen der 33-Jährigen folgend eine Straftat zu ihrem Nachteil in den vergangenen sechs Tagen nicht vorgelegen“.

Derzeit ist noch unklar wo sich das Ehepaar aufgehalten hat und warum es am Montag nicht nach Hause zurückgekehrt ist. Auch wo sich der Ehemann aufhält, ist noch unklar. Er hat sich noch nicht bei der Polizei gemeldet. Nach den bisherigen Angaben der Frau soll er jedoch wohlauf sein.

Quellen