Zum Inhalt springen

Bilanz der elften Nacht der französischen Unruhen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten

Paris (Frankreich), 07.11.2005 – Die Zahl der angezündeten Autos in der elften Nacht der Gewalt in Frankreich schwankt bisher zwischen 830 (FAZ) und 1400 (N24). Die Unruhen zeigen sich aber nicht nur in brennenden Häusern, sondern auch in zerstörten öffentlichen Gebäuden, Geschäften und der Gewalt gegenüber den Einsatzkräften. Auch forderte die Nacht ihr erstes Todesopfer. Laut MDR-Info wurde ein Mann von Jugendlichen zusammengeschlagen und starb an den Folgen.

In Grigny schossen Jugendliche mit Schrotwaffen auf Polizisten (Wikinews berichtete). Zwei sind schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden. 10 (FAZ) bis 30 (Spiegel Online) Polizisten wurden bei dieser Attacke verletzt. In Toulouse (Südfrankreich) wurden Polizisten mit verschiedenen Objekten von Jugendlichen beworfen. Die Einsatzkräfte setzten daraufhin ihr Tränengas ein.

Weitere Unruhen wurden in den Städten Lille, Lyon, Montceau-les-Mines, Nantes, Nizza, Orléans, Rennes, Saint-Etienneund Savigny-sur-Orge gemeldet. In Montceau-les-Mines fiel eine Haushaltswarenfabrik teilweise den Flammen zum Opfer.

Gestern traf sich in Paris der Nationale Sicherheitsrat um Präsident Jacques Chirac. Der Staatspräsident kündigte danach einen harten Kurs gegen die Vandalen an. Die „Priorität“ seiner Regierung sei die "Wiederherstellung der Sicherheit und der öffentlichen Ordnung" in den Vorstädten. „Jene, die Gewalt oder Angst säen wollen, werden gefasst, verurteilt und bestraft.“ Chirac verstehe, dass die Lage auch „den Respekt jedes Einzelnen, Gerechtigkeit und Chancengleichheit“ gebiete. Des weiteren wurde von Premierminister Dominique de Villepin angekündigt, dass die Sicherheitskräfte verstärkt werden und den festgenommenen Randalierern schneller der Prozess gemacht werden soll. „Wir können keine rechtsfreien Zonen akzeptieren“, sagte Villepin.

Laut Angaben von N24 (10:59 Uhr), wurden 400, laut FAZ 190 Menschen wegen der Unruhen festgenommen. Gleichzeitig hat Australien eine Reisewarnung für Frankreich ausgegeben.

Themenverwandte Artikel

Quellen