Atommüll soll auf dem Luftweg nach Russland transportiert werden

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Artikelstatus: Fertig 21:04, 28. Okt. 2006 (CEST)
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Salzgitter (Deutschland), 28.10.2006 – Die Firma „Nuclear Cargo + Service GmbH“ (NCS) mit Sitz im hessischen Rodenbach hat in der letzten Woche beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter einen Antrag auf Transport von 200 Kilogramm angereichertem Uran auf dem Luftweg nach Russland gestellt. Dies wurde von einem Behördensprecher in Salzgitter am Samstag bestätigt.

Das radioaktive Material stammt aus dem ehemaligen DDR-Kernforschungszentrum Rossendorf bei Dresden. Der Reaktor in Rossendorf ist seit 1991 nicht mehr in Betrieb. Nach Aussage des Direktors des Vereins für Kernverfahrenstechnik und Analytik, Udo Helwig, ist das Material „frisch und unbestrahlt“, da es bisher noch nicht verwendet wurde. Daher müsse das Material auch nicht in einem Castorbehälter transportiert werden. Das Uran ist für das russische Kernforschungszentrum Podolsk bestimmt, wo es aufgearbeitet werden soll. Anvisierter Transporttermin ist der 1. Dezember 2006.

Bei dem Transport handelt sich um eine Konsequenz aus einem Abkommen, das unter Beteiligung der Internationalen Atomenergieorganisation, IAEA, zustande gekommen ist und den Rücktransport radioaktiven Materials aus der Zeit des Kalten Krieges in seine Ursprungsländer sicherstellen soll.

Das BfS gibt an, dass ähnliche Urantransporte auf dem Luftweg seit 2003 bereits viermal stattgefunden haben.

Ein Greenpeace-Sprecher kritisierte das Vorhaben: „Der Ausgang eines Flugzeugabsturzes mit radioaktiver Ladung kann überhaupt nicht prognostiziert werden.“ Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums bezeichnete den Transport dagegen als sicher. Es handele sich nicht um waffenfähiges Material, da es nur einen Anreicherungsgrad von 36 Prozent habe.

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Quellen